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Spieletest: Lara Croft and the Guardian of Light

Es heißt nicht Tomb Raider, und weibliche Reize spielen keine große Rolle: In ihrem jüngsten Abenteuer kämpft, klettert und knobelt Lara Croft auf erfrischend neue Weise durch Ruinen. Eine echte Empfehlung für Koop-Fans – trotz einer ärgerlichen Einschränkung.
/ Peter Steinlechner
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Es gibt noch mysteriöse Artefakte in Tempeln, Höhlen und Ruinen, die Lara Croft bei ihrer Suche in den neun Spielen und zwei Filmen der Tomb-Raider-Reihe nicht gefunden hat. Auch in Lara Croft and the Guardian of Light steht ein solcher, mit allerlei übernatürlichen Kräften ausgestatteter Gegenstand im Mittelpunkt. Natürlich gilt es dabei erneut, Hundertschaften von Feinden und Fallen zu überleben. Aber dann hören die Parallelen zu Tomb Raider auf: Insbesondere gibt es in Guardian of Light statt der Schulterperspektive die Ansicht aus der Von-oben-Perspektive inklusive einer nicht drehbaren, automatisch zoomenden Kamera – was für ein völlig anderes Spielgefühl sorgt.

Lara Croft Guardian of Light – Spielszenen (Gameplay)
Lara Croft Guardian of Light – Spielszenen (Gameplay) (03:27)

In der Kampagne von Guardian of Light treten Spieler im Singleplayermodus allein als Lara Croft an. Im Koopmodus steuert ein zweiter Spieler den 2.000 Jahre alten Maya-Krieger Totec. In beiden Fällen geht es darum, durch das Betätigen von Schaltern Fallen zu entschärfen oder Türen zu öffnen und in Kämpfen gegen Spinnen, Drachen, alte Krieger und weitere Feinde zu überleben. Außerdem sind ab und an einfache Hüpfpartien gefragt.

Wenn Lara allein unterwegs ist, muss sie beispielsweise Kugeln auf Schalter im Boden rollen, um eine Tür zu öffnen. Wenn Totec mit dabei ist, lässt das Programm die Kugeln weg und der spielergesteuerte Maya stellt sich auf die Steinplatte. Die beiden Figuren haben weitgehend die gleichen Fähigkeiten, ein paar Unterschiede gibt es aber doch: So kann Totec seinen Schild als Treppenersatz für Lara verwenden, die so auf hohe Vorsprünge klettern kann – und dann den Kumpel per Enterhaken nachzieht, über den nur sie verfügt.

Unterwegs in linearen Levels

Die 14 sehr linearen Levels erinnern an Tomb Raider: Lara ist die meiste Zeit in Ruinen unterwegs, die immerhin grafisch höchst unterschiedlich gestaltet sind und nicht nur tristes Erdbraun, sondern gelegentlich auch mal bunte Farben bieten. In den alten Mauern sind jede Menge Extras versteckt: Hier lockt ein Bonusgegenstand hinter einer Falle, dort warten Gegner für den Highscore, da befindet sich eine Geheimtür und überall glitzern mehr oder weniger gut sichtbare Edelsteine zum Einsammeln – der Wiederholfaktor ist groß. Auch ein Teil der rund 30 Waffen ist versteckt oder muss erst freigeschaltet werden. Im Spielverlauf können sowohl Frau Croft als auch Totec mit 20 Relikten ihre Fähigkeiten wie in einem Rollenspiel verbessern. So erhalten sie mehr Gesundheitspunkte oder erhöhen ihre Treffsicherheit.

Laras neues Abenteuer ist nur als Download erhältlich. Die Version für Xbox 360 gibt es für 1.200 MS-Punkte (rund 15 Euro), die Fassung für Playstation 3 und Windows-PC erscheint Ende September 2010. Ärgerlich: Derzeit können Spieler nur am gleichen Bildschirm im Koopmodus antreten. Erst mit der Veröffentlichung der beiden anderen Versionen, die vom Start weg Online-Koop unterstützten, wird diese Funktion auch für die Xbox 360 per Patch nachgereicht.

Fazit

Mit epischen, weltumspannenden Abenteuern wie in Tomb Raider hat Guardian of Light nichts zu tun. Stattdessen hüpft Lara Croft, wahlweise mit Begleiter, durch ein clever aufgebautes, handwerklich gut gemachtes Spiel. Glanzlicht sind die abwechslungsreichen Fallen und Rätsel, die sowohl im Einzel- wie im Koopmodus gut funktionieren. Da stört es auch nicht weiter, dass die Story schwach ist. Wer sich mit der anfangs ungewohnt komplexen, aber letztlich doch durchdachten Steuerung und dem herausfordernden Schwierigkeitsgrad anfreunden kann, bekommt gute Unterhaltung – insbesondere im Team macht das Programm viel Spaß.


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