Binary Planting
Fehlende DLLs vereinfachen Angriffe auf Anwendungen
Die Zahl der vom Binary Planting betroffenen Anwendungen wächst stetig und es tut sich ein grundsätzliches Problem auf: Viele Programme rufen DLLs auf, die gar nicht existieren. Dann hilft auch Microsofts SafeDLLSearch nicht.
In der Exploit-Datenbank tauchen immer mehr Windows-Anwendungen auf, die für das sogenannte Binary Planting anfällig sind. Mittlerweile sind es mehr als 50 Anwendungen. Allerdings ist bisher nur ein kleiner Teil der Exploits von den Machern der Exploit-DB bereits verifiziert worden. Zu den Neuzugängen gehören unter anderem Winamp, der Media Player Classic und der VLC Media Player - wichtige und vor allem weit verbreitete Multimediasoftware. Weitere bekannte Neulinge sind Google Earth, ein Nvidia-Treiber und Safari.
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- Voll gepatchtes System mit fehlenden DLLs
Sie alle leiden ersten Tests zufolge darunter, dass Windows fehlende DLLs auch im Arbeitsverzeichnis suchen lässt. Damit das nicht zu früh passiert, gibt es seit Windows XP SP1 den Modus SafeDLLSearch. Damit suchen Programme erst sehr spät im Arbeitsverzeichnis, in dem beispielsweise die zu öffnende Text- oder Musikdatei steckt. Mit global deaktivierter SafeDLLSearch wird konzeptbedingt nach dem Programmverzeichnis das Arbeitsverzeichnis nach fehlenden DLLs durchsucht, also weit vor den Systemverzeichnissen von Windows.
Programme rufen seltene DLLs auf
Nun stellt sich jedoch heraus, dass viele Anwendungen DLLs aufrufen, die mitunter gar nicht existieren, weil entsprechende Komponenten fehlen. Vielleicht sind es auch Altlasten, die die Entwickler schlicht vergessen haben. In so einem Falle hilft auch SafeDLLSearch nicht, beim Aufruf einer Datei wird trotzdem in genau diesem Verzeichnis nach der passenden DLL gesucht. Das vereinfacht Angriffe, insbesondere, wenn ein Verzeichnis von mehreren Personen benutzt wird, wie das bei Netzlaufwerken häufig der Fall ist. Die Angriffe werden aber nur im Kontext des Nutzers durchgeführt. Wer nur die Rechte eines Standardnutzers hat, kann eine Infektion nicht tief ins System einschleusen.
Hochproblematische Beispiele gibt es mittlerweile genug: Programme wie Thunderbird, Firefox oder Teamviewer suchen nach einer Bibliothek mit dem Namen dwmapi.dll (für Vista interessant), VLC sucht nach einer wintab32.dll (wichtig für Tablets) und der Media Player Classic sucht eine iacenc.dll von Intel.
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Das Problem der Schadsoftware liegt doch eigentlich woanders. Es ist unter Windows doch...
Portable Apps, auf einem USB-Stick ?
Sagt wer? Quelle bitte! :) Aha, du glaubst also das ein Otto-Normal User AHnung hat, wo...
Und wie soll die DLL nun in das Verzeichnis kommen? Das kann ja nur durch Net-Shares...