Just A Game: Neuer Publisher setzt vorerst auf PC-Spiele
Im Juli 2010 hat der Klingeltonanbieter Bob Mobile AG aus Straelen in Nordrhein-Westfalen unter dem Namen Just A Game einen Ableger in Berlin gegründet. Mit großen Zielen: Bereits im ersten Geschäftsjahr strebt das Unternehmen einen Umsatz von fünf Millionen Euro an, die Mitarbeiterzahl soll von derzeit zehn auf 40 im Jahr 2011 wachsen; Teile des Managements sind vom Mitte Juli 2010 in die Insolvenz gegangenen Publisher The Game Company zu JAG gewechselt. Langfristig will Just A Game in allen relevanten Bereichen der interaktiven Unterhaltung aktiv sein – Browsergames, PC- und Konsolenspiele. Auf der Gamescom hat Just A Game die ersten vier Spiele seines Portfolios vorgestellt – alle erscheinen für Windows-PC.
Highlight ist ein Actionspiel namens Deep Black, das derzeit bei einem russischen Entwicklerstudio entsteht und das im 1. Quartal 2011 für knapp 40 Euro auf den Markt kommen soll. Spieler steuern den Anführer einer Spezialeinheit, die im Jahr 2035 in rund 30 Missionen gegen Terroristen kämpft. Den Großteil der Zeit verbringt der Held im Wasser – sowohl im Meer als auch in Kanälen, Docks und ähnlichen Umgebungen. Die Grafik wirkt zeitgemäß, die Effekte rund ums Wasser teils sogar beeindruckend. Neben einer Kampagne ist auch ein Multiplayermodus geplant.
Noch vor Jahresende 2010 soll Hegemony: Philip of Macedon – Extended für rund 30 Euro erscheinen. Eine weniger umfangreiche Fassung des Strategiespiels von Longbow Games kam bereits im März 2010 im Onlinevertrieb heraus und hat recht gute Wertungen erhalten. Schräg: Golem.de traf auf der Gamescom einen der Entwickler und sprach ihn auf die neue Version an – der Mann wusste nichts darüber, obwohl er seinen Job nicht gewechselt hat und angeblich nach wie vor täglich mit Hegemony zu tun hat. Offenbar haben die Lizenzverhandlungen ohne Einbeziehung des Teams stattgefunden.
Adventures im Angebot
Das Adventure Julia: Innocent Eyes versetzt den Spieler in die Rolle der Julia, die als Kind Zeugin eines Mordes wurde und als Erwachsene in ungewöhnlichen Kriminalfällen ermittelt. Das Programm von einem italienischen Entwicklerteam verspricht einen Umfang von rund 30 Stunden und die Möglichkeit, ganze Tatorte im Detail zu rekonstruieren. Spieler steuern neben Julia noch drei weitere Figuren, zwischen denen sie jederzeit wechseln können. Die Grafik wirkte bei einer Präsentation auffallend detailarm. Der Titel soll im vierten Quartal 2010 für rund 30 Euro erscheinen.
Ebenfalls ein Adventure ist Alpha Polaris. Spieler steuern den norwegischen Biologen Rune Knudsen, der auf einer US-Forschungsstation im ewigen Eis von Grönland arbeitet – und in Schwierigkeiten gerät, die unter anderem sein Leben gefährden. Das Spiel soll stark auf Grusel- und Horrorelemente setzen. Die Grafik verwendet einerseits sehr detailreiche, offenbar zum Teil fotografierte Hintergrundbilder, andererseits einen Comiclook für die Figuren. Alpha Polaris soll im erste Quartal 2011 für rund 30 Euro erscheinen.
Welche weiteren Titel das Portfolio von Just A Game ergänzen werden, ist derzeit nicht bekannt. Mit den vier vorgestellten dürfte es jedoch nicht einfach sein, den angestrebt guten Start im hart umkämpften und von Schwarzkopien bedrohten Markt für PC-Spiele hinzulegen.