Wirtschaftskrise

US-Blogger sollen Gewerbesteuer zahlen

Die Stadt Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania ist in Zeiten der Wirtschaftskrise auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Eine Idee ist, dass Blogger Gewerbesteuer zahlen müssen - unabhängig von ihren Einnahmen.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

Verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen. Nach diesem Motto scheint der Stadtrat von Philadelphia, der größten Stadt des US-Bundesstaates Pennsylvania, zu handeln. Auch Philadelphias Stadtkasse ist - wie die so vieler US-Kommunen - leer. Die Stadtväter und -mütter sind auf die Idee verfallen, das Bloggen generell als Gewerbe einzustufen. Folglich sollen Blogger in Philadelphia einmalig 300 US-Dollar oder jährlich 50 US-Dollar Gewerbesteuer ("business privilege tax") zahlen müssen. Entsprechende Zahlungsaufforderungen wurden bereits verschickt, berichten verschiedene US-Medien.

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Die Gewerbesteuer wird pauschal erhoben. Daher spielt es keine Rolle, ob Blogger mit ihrem Blog Einnahmen erzielen oder nicht. NBC Philadelphia erwähnt als Beispiel den Fall der Bloggerin Marilyn Bess (Ms. Philly Organic Blog). Bess gibt an, in den vergangenen Jahren lediglich Einnahmen in Höhe von 50 US-Dollar erwirtschaftet zu haben. Die neue Gewerbesteuer für Blogger würde sich also auf das Sechsfache ihrer Einnahmen belaufen. Zusätzlich zur Gewerbesteuer sind selbstverständlich auch Einnahmesteuern zu zahlen.

Laut Washington Post gilt die sogenannte Bloggersteuer allerdings nur für Blogs, die Werbung schalten. Blogs ohne Werbung bleiben als reines Hobby verschont. Die Stadt begründet die Steuer damit, dass sie für alle Gewerbe erhoben wird und für Blogs keine Ausnahme gelte.

Dass Marilyn Bess und andere Blogger mit vergleichbar niedrigen Einnahmen überhaupt Begehrlichkeiten bei der Stadt wecken konnten, liegt an ihrer Ehrlichkeit. Die betroffenen Blogger hatten die geringen Einnahmen aus ihrer Onlineschreibtätigkeit pflichtschuldig dem Finanzamt gemeldet. Die Stadt ergriff die Gelegenheit beim Schopfe. [von Robert A. Gehring]

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