Schwer zu löschen

Neonazi-Hetze auf sozialen Plattformen ist hartnäckig

Das Löschen neofaschistischer Beiträge in sozialen Netzwerken funktioniert nur unzureichend, beklagen deutsche Jugendschützer. Die Hetze sei oft über ausländische Server weiter zugänglich oder würde erneut hochgeladen.

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Schwer zu löschen: Neonazi-Hetze auf sozialen Plattformen ist hartnäckig

Das Entfernen neofaschistischer Hetze von sozialen Plattformen ist oft schwierig. Das erklärte die Jugendmedienschutzeinrichtung der Bundesländer jugendschutz.net. Jugendschutz.net erreicht zwar in vier von fünf Fällen, dass Neonaziinhalte gelöscht werden. "In Communitys und auf Videoplattformen machen jedoch die Masse an nutzergenerierten Inhalten und die Multinationalität der Plattformen eine Kontrolle schwierig", heißt es in dem aktuellen Bericht der Jugendschützer. Doch die Maßnahmen der Betreiber griffen in vielen Fällen zu kurz: In Deutschland reagierten die Unternehmen zwar, wenn Jugendschutz.net um die Entfernung unzulässiger Beiträge bitte. Die Inhalte seien jedoch von ausländischen Servern weiter zugänglich und würden oft erneut hochgeladen.

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Stefan Glaser, der Leiter des Arbeitsbereichs Rechtsextremismus bei Jugendschutz.net, fordert, dass die Betreiber mehr in die Sicherheit ihrer Dienste investieren: "Facebook, Youtube und andere müssen wesentlich mehr technische und personelle Mittel einsetzen, um junge User auf ihren Plattformen effektiv vor solchen Hassinhalten zu schützen."

Die Zahl neofaschistischer Webinhalte sei 2009 weiter angestiegen. Mehr als 1.870 Websites aus der Szene und mehrere Tausend Nazibeiträge auf Facebook und Youtube zählte Jugendschutz.net. Neonazis vernetzen sich im Internet immer stärker über eigene Communitys, um ungestört ihr Gedankengut auszutauschen und rassistische Anschläge vorzubereiten. Über 90 neonazistische Netzwerke fand Jugendschutz.net. Damit hat sich deren Zahl innerhalb eines Jahres fast verdreifacht. Die Zahl der NPD-Angebote stieg um knapp 30 Prozent von 190 auf 242.

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, forderte die Netznutzer auf, überall gegen Nazis und Rassisten aktiv zu werden. "Wenn User menschenverachtenden und antidemokratischen Äußerungen widersprechen, kann das Internet sein Potenzial als freiheitliches und demokratisches Medium entfalten."

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