Guild Wars 2: World of Warcraft ade

Die Abenteuer von Guild Wars 2 sollen den Spielern vieles ersparen, was in Onlinerollenspielen derzeit üblich ist. Auch im Vergleich zum Vorgänger wurde fast alles verändert, selbst die Spielwelt, in der nun einstige Feinde gemeinsam gegen übermächtige Drachen kämpfen.
Das 2005 gestartete Guild Wars 1(öffnet im neuen Fenster) verkaufte sich inklusive der Erweiterungen bisher sechs Millionen Mal. Die Hälfte davon entfällt auf Europa, Arenanet sieht dabei auch Deutschland als ungemein wichtigen Markt. Mit Guild Wars 2 will Arenanet den neuen MMOG-Marktführer entwickeln - und damit letztlich auch World of Warcraft vom Thron stoßen.

Auf die auch bei WoW noch üblichen, langweiligen Questbeschreibungen wird in Guild Wars 2 weitgehend verzichtet, stattdessen erleben die Spieler beim Durchstreifen der Spielwelt dynamische und teils miteinander verkettete Ereignisse. Der Ausgang dieser Ereignisse wirkt sich dann mehr oder weniger stark auf andere Bereiche des Spiels aus.
Mittendrin im Abenteuer
Ein auf der Gamescom gezeigtes Beispiel war die Verteidigung eines Bauernhofes vor heranstürmenden Banditen. Schaut der Spieler hier nur zu, kommt es in der Stadt zu Versorgungsproblemen und die Preise steigen. Um das zu verhindern, können die Spieler die Banditen töten, die Tiere des Bauern füttern und brennende Felder löschen.
In einem anderen Beispiel galt es, gemeinsam einen gigantischen Drachen zu töten, auch mit großen Kanonen. Gehen diese beim Kampf kaputt, aktiviert sich ein weiteres Event, bei dem eine anreisende Nachschubkarawane geschützt werden muss.
Mit den dynamischen Spielinhalten will Arenanet(öffnet im neuen Fenster) für eine dynamische, weniger vorhersehbare und durch Spieler mehr zu beeinflussende Welt sorgen. Wer kein Entdeckertyp ist, wird auf der hübsch gestalteten, übersichtlichen Spielkarte Anhaltspunkte zu möglichen Events finden.




















Lose Zusammenarbeit statt Gruppenzwang
Die Spieler müssen sich dabei nicht erst zu Gruppen zusammenschließen. Guild Wars 2 soll dafür sorgen, dass sich Spieler über Unterstützung durch Mitspieler freuen, statt sich bei der Jagd nach virtuellen Schätzen nur als Konkurrenten zu betrachten. Außerdem werden die verschiedenen Berufsklassen so flexibel gestaltet, dass sie jeweils im Nahkampf, beim Fernkampf und in einer Supportrolle eingesetzt werden können. Arenanet demonstrierte das mit zwei Spielfiguren: Eine menschliche Elementalistin wechselte beim Spiel das Element zu Wasser und wurde damit zum Helfer für andere Spieler, ein Charr-Krieger rammte seine Standarte in den Boden und unterstützte damit die in der Nähe aktiven Nahkämpfer.
Die Geschichte eines Helden
Dass Guild Wars 2 vieles anders machen wird, merkt der Spieler schon bei der Erstellung seiner Figur. Alles dreht sich um Herkunft, Aussehen, Werdegang, Erlebnisse, Charakter - und nur am Rande auch um Spezialisierungen. Bereits die Charaktergenerierung wird Teil der Spielwelt, denn jeder der Helden hat seine eigene fortlaufende Geschichte. Im Intro des Spiels wird diese Geschichte dann aus dem Blickwinkel der eigenen Spielfigur weitererzählt.
In den Städten hat jeder Held seinen privaten Heimatbezirk, eine eigene Instanz, die für jeden Helden anders aussieht, etwa von seiner Herkunft abhängt und die eigene, angepasste Quests bieten wird. Da es viele Möglichkeiten zur Unterscheidung gibt und Entscheidungen in den Spielverlauf einfließen, soll nicht jeder Spieler das Gleiche erleben.




















Zu Hause in einer eigenen Instanz
Schon beim ersten Besuch dieses für andere nicht zugänglichen Bereichs wird es deshalb große Unterschiede zwischen den Spielfiguren geben - selbst innerhalb der gleichen Klassen und Völker. Das macht Guild Wars 2 reizvoll und zu einer interessanten Welt. Gleichzeitig verschenken die Entwickler aber Glaubwürdigkeit, weil sie den Spielern weiterhin vormachen, genau ihr Held sei derjenige, auf den alle in der Stadt gewartet hätten. Die von Funcom-Designer Andreas Öjerfors kritisierten einsamen Helden sterben damit auch bei Guild Wars 2 nicht aus.
Der Teil der Städte, in denen sich alle Spieler tummeln können, dient vor allem dem Miteinander. Dabei helfen Minispiele wie Wettschießen und Kneipenschlägereien, bei denen auch größere Levelunterschiede nur eine geringe Rolle spielen sollen. Gezeigt wurde das in den Gamescom-Präsentationen noch nicht.

Hübsche Spielgrafik mit Schwächen
In der Gamescom-Präsentation hinterließ die Grafik von Guild Wars 2 ein gemischtes Bild. Der von Arenanet in seinen Werbevideos hervorgehobene und tatsächlich hübsche Mix aus 2D und 3D wird nur in Zwischensequenzen eine Rolle spielen. Ansonsten gibt es normale 3D-Spielgrafik, die mittelprächtig bis sehr hübsch aussieht. Vor allem die Städte sind liebevoll designt, es wird auch für niedrige Spielstufen beeindruckend große Bossgegner geben und dynamische Wetterwechsel sollen die Welt lebendiger wirken lassen. Es gab aber auch Bereiche im Tutorial, die wegen ihrer langweiligen Bodentexturen und wenigen Details noch eher enttäuschten.
Einen offiziellen Starttermin für Guild Wars 2 gibt es noch nicht. Das Spiel wird wohl noch eine Weile weiterentwickelt werden und einige Veränderungen erfahren. Es ist nicht zu erwarten, dass es vor 2011 startet. Auf der Gamescom konnte es trotzdem schon von den Messebesuchern angespielt werden.



