US-Klage

"Lineage 2 hat mich süchtig gemacht"

Ein US-Fan hat den südkoreanischen Betreiber des Onlinespiels Lineage 2 auf Schadensersatz verklagt. Der Kläger wirft dem Spieleanbieter vor, ihn nicht vor der Suchtgefahr, die von dem Spiel ausgeht, gewarnt zu haben. Die Klage wurde vom Gericht zugelassen.

Artikel veröffentlicht am ,
US-Klage: "Lineage 2 hat mich süchtig gemacht"

Müssen die Betreiber virtueller Rollenspielwelten ihre Kunden davor warnen, dass sie süchtig werden könnten? Ja, meinte Craig Smallwood aus Hawaii, und strengte eine Klage gegen den Betreiber von Lineage 2 an. Er verlangt für seine Sucht und die Folgen Schadensersatz vom Spielbetreiber NCsoft.

Stellenmarkt
  1. Gruppenleiter Firmware (m/w/d)
    Basler AG, Ahrensburg (Home-Office möglich)
  2. Delphi Entwickler (m/w/d)
    medavis GmbH, Karlsruhe
Detailsuche

Das Spiel habe ihn so süchtig gemacht, dass er nicht mehr in der Lage sei, ein normales Leben zu führen, behauptet Smallwood in seiner Klage. In den Jahren 2004 bis 2009 habe er mehr als 20.000 Stunden in den virtuellen Weiten von Lineage 2 verbracht. Beim regelmäßigen Spielen empfand er "starke Gefühle von Euphorie und Befriedigung". Das habe ihn auf die Dauer psychisch abhängig gemacht und dazu veranlasst, exzessiv zu spielen. Von NCsoft habe er in der ganzen Zeit keine Warnung vor den psychischen Gefahren des abhängigen Spielens erhalten.

NCsoft habe die Sucht seiner Kunden zudem dazu ausgenutzt, sie zum Kauf weiterer Spiele zu drängen. Smallwood erwähnt als Beispiel das Spiel Aion. Um Lineage-2-Nutzer zum Kauf von Aion zu bewegen, habe NCsoft die Nutzer einfach aus Lineage 2 ausgesperrt. Smallwood selbst habe im September 2009 feststellen müssen, dass sein Zugang zu Lineage 2 ohne Erklärung gesperrt worden sei, obwohl er vorab bezahlt hätte.

Laut NCsoft sei Smallwood jedoch ausgesperrt worden, weil er gegen die Nutzungsbedingungen verstieß. Das sei mit dem Ziel erfolgt, "Transfers wirklichen Geldes zu realisieren". NCsoft habe ihn darüber Anfang Oktober per E-Mail informiert.

Golem Karrierewelt
  1. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    04.-06.07.2022, Virtuell
  2. DP-203 Data Engineering on Microsoft Azure virtueller Vier-Tage-Workshop
    12.-15.09.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Smallwood leidet nach eigener Aussage nach der Aussperrung "zwanghaft unter dem Drang, Lineage 2 zu spielen". Er wäre in eine Depression gefallen und könne "nicht mehr selbstständig funktionieren". Er sei sogar im Krankenhaus gelandet und müsse drei Mal in der Woche zur Therapie. Hätte er vorher gewusst, dass es ihm so ergehen könnte, hätte er nie begonnen, Lineage 2 zu spielen, so Smallwood. Aus diesem Grund wirft Smallwood NCsoft unter anderem Betrug und Fahrlässigkeit vor. Er verlangt in seiner Klage sowohl Schadensersatz als auch Strafschadensersatz.

NCsoft hatte beantragt, die Klage wegen Unzulässigkeit abzuweisen. Smallwood hätte keine Rechtsgrundlage für seine Klage, so NCsoft.

Das zuständige Gericht lehnte den Antrag von NCsoft ab. Zugleich schränkte es aber den Umfang der Klage deutlich ein. Insbesondere ließ es die Klage wegen Fahrlässigkeit zu. Der südkoreanische Spielbetreiber muss sich also vor Gericht gegen den Vorwurf verteidigen, das Suchtpotenzial gekannt und nicht ausreichend davor gewarnt zu haben.

Sollte Smallwood den Prozess gewinnen, wäre das einen Präzedenzfall mit weitreichenden Auswirkungen. Rollenspiele müssten in Zukunft womöglich mit einem Aufdruck "Dieses Spiel kann süchtig machen!" verkauft werden. [von Robert A. Gehring]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Lino 29. Aug 2010

Es kann sogar sein das er Goldverkäufer war. Damit wäre auch die Spielzeit nicht mehr so...

/mecki78 24. Aug 2010

Woher willst du wissen, dass es nicht Menschen gibt, die süchtig nach Äpfeln sind und...

asffegegag 24. Aug 2010

Ja klar normale pc Spiele haben eine Spielzeit von 5-20 Stunden?????????????? Alles was...

frager85 24. Aug 2010

Wie wärs den ganzen süchtig machenden Scheiss erst ab 18 zu erlauben und dafür den ganzen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
"Macht mich einfach wahnsinnig"
Kelber beklagt digitale Inkompetenz von VW

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat vor einem Jahr ein Elektroauto bei VW bestellt. Und seitdem nichts mehr davon gehört.

Macht mich einfach wahnsinnig: Kelber beklagt digitale Inkompetenz von VW
Artikel
  1. Nancy Faeser: Der wandelnde Fallrückzieher
    Nancy Faeser
    Der wandelnde Fallrückzieher

    Angeblich ist Nancy Faeser Bundesinnenministerin geworden, um sich für den hessischen Landtagswahlkampf zu profilieren. Das merkt man leider.
    Ein IMHO von Friedhelm Greis

  2. Unikate: Deutsche Post verkauft eine Milliarde Matrixcode-Briefmarken
    Unikate
    Deutsche Post verkauft eine Milliarde Matrixcode-Briefmarken

    Die Deutsche Post begann im Februar 2021, Briefmarken mit Matrixcode zu verkaufen. Nun wurden bereits eine Milliarde Stück verkauft.

  3. Agile Softwareentwicklung: Einfach mal so drauflos programmiert?
    Agile Softwareentwicklung
    Einfach mal so drauflos programmiert?

    Ohne Scrum wäre das nicht passiert, heißt es oft, wenn etwas schiefgeht. Dabei ist es umgekehrt: Ohne agiles Arbeiten geht es nicht mehr. Doch es gibt drei fundamentale Missverständnisse.
    Von Frank Heckel

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Xbox Series X bestellbar • Samsung schenkt 19% MwSt. • MindStar (u. a. AMD Ryzen 9 5950X 488€) • Cyber Week: Jetzt alle Deals freigeschaltet • LG OLED TV 77" 62% günstiger: 1.749€ • Bis zu 35% auf MSI • Alternate (u. a. AKRacing Core EX SE Gaming-Stuhl 169€) [Werbung]
    •  /