Prozessormarkt: AMD verliert stark bei Servern, legt bei Notebooks zu
Wie bei Marktforschern üblich, gibt es nur einen Teil der Zahlen(öffnet im neuen Fenster) in einer öffentlichen Mitteilung, der Rest kostet in diesem Fall 2.000 US-Dollar. So geht aus den publik gemachten Zahlen beispielsweise nicht hervor, wie sich die Anteile von Desktop-, Server- und Mobilprozessoren entwickelt haben oder welche Stückzahlen dabei erzielt wurden.
IDC weist aber darauf hin, dass im zweiten Quartal 2010 mehr CPUs für Server und Mobilrechner verkauft wurden, die Nachfrage nach Desktop-CPUs soll gleich geblieben sein. Bei den Zuwächsen waren vor allem höherwertige Komponenten als noch im ersten Quartal gefragt. Damit ergaben sich dann Umsatzsteigerungen für alle Hersteller von 6,2 Prozent, bei nur 3,6 Prozent höheren Stückzahlen. Das bedeutet: Der durchschnittlich erzielte Verkaufspreis (ASP) hat zugelegt.
Das mag an den nur sehr moderaten Preissenkungen liegen, die Intel traditionell im Sommer vor dem Geschäft zum Schuljahresanfang in den USA durchführt. Sie fallen sonst stärker aus, im Moment hat Intel aber eine sehr breite Produktpalette und im High-End- sowie im Einstiegssegment wenig Konkurrenz.
Das ändert sich nur langsam: AMDs neue Mobilplattformen Danube und Nile mit den ersten mobilen Phenom II wurden erst im Mai 2010 vorgestellt. Dennoch konnte der Intel-Rivale seinen Anteil bei CPUs für Notebooks und Netbooks um 1,6 Prozent auf jetzt 13,7 Prozent steigern. Intel verlor 1,7 Prozent, liegt mit nun 86,1 Prozent aber immer noch weit vorn. VIA kommt nur noch auf 0,2 Prozent. Bei den Desktops legte Intel leicht um 0,5 Prozent auf 72,2 Prozent Marktanteil zu, AMD verlor 0,7 Prozent und kommt nun noch auf 27,3 Prozent. VIA legte laut IDC um 0,5 Prozent zu, was aber auch genau dem Marktanteil entspricht.
Herbe Verluste muss AMD – VIA spielt hier nicht mit – bei den Serverprozessoren hinnehmen, wo noch vor zwei Jahren die Opterons Erfolge feierten. Um fast ein Drittel ging der Marktanteil zurück, er liegt nun nur noch bei 6,5 Prozent statt vorher bei 9,8 Prozent. Von Intel kommen inzwischen demnach 93,5 Prozent aller CPUs für x86-Server. Noch Anfang 2007 kam fast ein Viertel aller Serverprozessoren von AMD.
Für das gesamte Jahr 2010 erwartet IDC ein Wachstum des Marktes für x86-Prozessoren von sagenhaften 19,8 Prozent. Die für das Jahresende erwarteten Vorstellungen von AMDs Fusion-Prozessoren und Intels Sandy Bridge sollen dazu aber nur noch wenig beitragen, weil die PC-Hersteller ihre Bestellungen für die noch aktuellen Prozessoren bereits aufgegeben haben.
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