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Deus Ex Human Revolution: Drei Abstecher ins Leichenschauhaus

Gamescom
Gleich schießen, lieber erstmal drüber reden oder gar nicht erst gesehen werden? Das Actionrollenspiel Deus Ex Human Revolution ermöglicht viele Wege zum Ziel – auf der Gamescom wurde das anschaulich von den Entwicklern demonstriert.
/ Christian Klaß
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Eine Polizeistation, eine Leiche mit einem Geheimnis und verschiedene Wege, es zu lüften. Game Director Jean-Francoise Dugas und ein Leveldesigner von Eidos(öffnet im neuen Fenster) zeigen das auf der Gamescom in drei Varianten – mit einer Mission, die etwa nach den ersten 90 Spielminuten zu lösen ist. Zuerst wurde einfach alles niedergeschossen, was sich dem Cyborg-Protagonisten Adam Jensen in der Polizeistation in den Weg stellte. Das war eindeutig der schwächste Teil der Gamescom-Demo.

Die Kämpfe im dritten Deus-Ex-Spiel ließen noch Eleganz und Atmosphäre vermissen, die sich wehrenden Gegner wirkten eher plump. Producer David Anfossi bestätigte im Interview mit Golem.de Schwächen im Actionteil, bis zur Veröffentlichung soll daran noch gearbeitet werden. Das betrifft auch die künstliche Intelligenz der Gegner. Eidos erklärtes Ziel ist es, sowohl Rollenspieler als auch Shooterfans anzusprechen.

Deus Ex Human Revolution – Interview mit David Anfossi
Deus Ex Human Revolution – Interview mit David Anfossi (03:29)

Gewalt ist nicht alles

Überzeugender waren die anderen beiden Wege: Beim zweiten Durchgang musste kein Polizist sterben, da ein Bekannter in der Polizeistation überredet werden konnte, Adam einen Blick auf die Leiche werfen zu lassen. Die Mimik der Gesprächspartner wirkte dabei überzeugend. Als Resultat kann dann die Polizeistation frei durchwandert, Gesprächen gelauscht, fremde E-Mails gelesen und – wenn man sich nicht erwischen lässt – auch Ausrüstung gestohlen werden. In Konversationen kann das Gegenüber freundlich überredet oder mit Nachdruck bedrängt werden. Je nach Situation und Charakter können dabei andere Strategien zum Erfolg führen. Wer sich noch die entsprechenden Cyber-Erweiterungen zulegt, kann mit technischen Mitteln die Konversation zu seinen Gunsten wenden.

Unentdeckt zu bleiben ist noch wichtiger, wenn die Mission primär mittels Schleichen und Hacken von Sicherheitssystemen gelöst werden soll. Beim dritten Durchgang ging es diesmal nicht über den Haupteingang ins Polizeiquartier, sondern nach etwas Kletterei und einer gehackten Tür in einen Seiteneingang. Das Hacken ist eine Kombination aus Schnelligkeit und Taktik, es gilt, einzelne Knoten zu übernehmen und zum Zielsystem vorzudringen, um das Türschloss öffnen zu können.

Viele Wege, viele Möglichkeiten

Wer sich beim Hacken ungeschickt anstellt oder es mit zu starken Abwehrmaßnahmen zu tun hat, wird schneller vom Sicherheitssystem entdeckt. Dann bleibt die Tür verschlossen und der Alarm wird ausgelöst. Auch beim Schleichen gilt es, vorsichtig zu sein, denn die Polizisten in der Station drehen ihre Runden, schauen sich um und werden durch Kameras unterstützt. Ein persönliches Tarnfeld kann da Wunder wirken, sofern es mit genügend Energie versorgt wird. Es gibt noch viele weitere Kybernetik-Erweiterungen, Programme und Ausrüstungsgegenstände, mit denen sich Adam in unterschiedlichen Situationen Vorteile verschaffen kann.

Deus Ex Human Revolution – Full-Gameplay-Trailer
Deus Ex Human Revolution – Full-Gameplay-Trailer (02:22)

Bei einer Tür im Gebäude wählte der Leveldesigner am Gamepad eine Alternative zum Hacken: Adam rang einen Wachmann von hinten nieder, schleifte seinen Körper mit sich und brachte das Sicherheitssystem damit dazu, die Tür zu öffnen. Wer nicht töten will, kann auch nicht letale Waffen einsetzen. Laut Anfossi ist es möglich, das ganze Spiel zu absolvieren, ohne einen einzigen Gegner zu töten – beim ersten Deus Ex war das auch möglich. Deus-Ex-1-Fan Anfossi hat beim Spielen diesen Anspruch, doch trotz seines Faibles fürs Schleichen und vorsichtige Vorgehen habe er das während des Spielens dann doch nicht geschafft.

Unabhängig vom gewählten Weg findet Protagonist Adam am Ende der Mission ein Implantat in der Leiche. Eigenartig, denn eigentlich gehörte der verstorbene einer militanten Gruppe an, die gegen kybernetische Erweiterungen von Menschen kämpft. Diese und andere Überraschungen sollen der Hintergrundgeschichte von Deus Ex Human Revolution spannende Wendungen verschaffen. Und dazu einladen, möglichst viel von der Welt zu entdecken.

ATI im Vorteil

Das in der Demo wegen seiner Bewohner sehr lebendig wirkende Detroit des Jahres 2027 soll viel zu bieten haben – wer sich die Zeit nimmt, der soll bis zu 35 Stunden mit dem Actionrollenspiel verbringen können. Wer sich durchballert und die Nebenaufgaben liegen lässt, schafft es in 20 Stunden und verpasst dann einiges.

Deus Ex Human Revolution wird im Frühjahr 2011 für PS3, Xbox 360 und Windows-PC erscheinen. Große grafische Unterschiede soll es nicht geben, die PC-Version wird allerdings etwas hübscher aussehen. Einige Effekte sollen nur auf Radeon-Grafikkarten voll zur Geltung kommen, aber trotz der Partnerschaft mit AMD/ATI sollen Besitzer von Geforce-Grafikkarten keinen großen Nachteil haben. Bei der Präsentation lief die Deus-Ex-Gamescom-Demo auf einer PS3-Slim-Debug-Konsole.


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