Elektronischer Personalausweis: NXP liefert Mikrocontrollerchip (Update)
Der niederländische Chiphersteller NXP Semiconductors wird den Sicherheitsmicrocontroller für den neuen elektronischen Personalausweis in Deutschland liefern. Wie das Unternehmen bekanntgab, sei der Chiphersteller von der deutschen Regierung ausgewählt worden. "Das ist für uns ein ganz wichtiger Erfolg", sagte Rüdiger Stroh, Vorsitzender der Geschäftsführung von NXP Deutschland. Die Sicherheitschips würden von NXPs in Hamburg entwickelt und auch hierzulande produziert, hieß es weiter. NXP Semiconductors ist eine Ausgründung aus dem Philips-Konzern.
Bestellt hat das Bundesinnenministerium den kontaktlosen Mikrocontroller-Chip des Typs SmartMX. Die SmartMX-Plattform von NXP umfasst Sicherheitsmerkmale zum Schutz vor Reverse Engineering und vor Angriffsszenarien mit Licht und Laser sowie eine Hardware-Firewall, um besondere Speicherbereiche des Chips zu schützen. Die SmartMX-Chips von NXP sind in einem Gehäuse von 250 µm Dicke lieferbar.
Der Chip entspricht dem Standard ISO 14443, dem Standard für kontaktlose Interfaces, und hat das Sicherheitslevel EAL5+. Der SmartMX-Chip kann 848 Kilobit pro Sekunde übertragen. Der Datenerhalt wird über 20 Jahre garantiert. "Es handelt sich nicht um einen RFID-Chip", sagte NXP-Sprecherin Birgit Ahlborn Golem.de auf Anfrage.
Starttermim im November 2010
Der E-Personalausweis soll nach offiziellen Planungen ab dem 1. November 2010 nach Deutschland kommen. Der Ausweis im Scheckkartenformat wird auch einen elektronischen Identitätsnachweis bieten, mit dem sich der Nutzer per Lesegerät über das Internet elektronisch ausweisen kann. Auch eine elektronische Signatur kann auf dem Ausweischip gespeichert werden. In den kommenden zehn Jahren würden voraussichtlich mehr als 60 Millionen neue Personalausweise in Deutschland ausgestellt, erwartet NXP.
Bürgerrechtler lehnen den elektronischen, biometrischen Personalausweis ab, auf dem die biometrischen Daten des Gesichts erfasst sind. Der Chaos Computer Club rät zudem, auf die freiwillige Abgabe der Fingerabdrücke zu verzichten. Der CCC befürchtet jedoch, dass die Meldestellen Bürgern die Zustimmung abnötigen werden.
Nachtrag vom 19. August 2010, 17:10 Uhr:
Infineon, ebenfalls Hersteller von Sicherheitsmicrocontrollern, geht fest davon aus, zweiter Chipzulieferer zum Personalausweis zu werden. Die Gespräche zur Auftragsvergabe seien weit fortgeschritten, sagte der Chef der Chipkarten- und Sicherheitsaktivitäten bei Infineon, Helmut Gassel, Golem.de: "Wir gehen fest davon aus, einer der beiden Chip-Zulieferer zum Personalausweis zu sein." Infineon biete den Sicherheitscontroller der SLE-78-Serie, das Betriebssystem, das Chipgehäuse mit Kontaktlos-Schnittstelle und das Inlay mit Funkantenne.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



