Patterned Media: Toshiba erwartet 15-Terabyte-Festplatten schon 2013
US-Medien feiern den Vortrag von Toshiba auf der "Magnetic Recording Conference 2010(öffnet im neuen Fenster)" bereits als Durchbruch: Nach Angaben des Unternehmens ist es die erste öffentliche Demonstration eines BPM-Laufwerks. Die Idee der Magnetscheiben, auf denen die physikalischen Orte von 0 und 1 mechanisch festgelegt sind, wird schon seit Jahren von Festplattenherstellern verfolgt. Wie man einen Ort unter 20 Nanometern Durchmesser aber mit einem Schreib-/Lesekopf ansteuert, war bisher ein ungelöstes Problem.
Toshiba hat dafür neben den Bereichen für die Daten selbst auf dem Medium Servospuren erzeugt. Diese bestehen wie die Datenbereiche selbst aus einem Muster, das wie bei Halbleitern über eine Maske belichtet wird. Dabei kommt ein sich selbst anordnendes Polymer zum Einsatz, das regelmäßige Punkte in einem Abstand von 17 Nanometern erzeugt. An dieser Servospur, die nicht veränderbar ist, orientiert sich der Kopf.
Der Kopf bleibt in der Spur
Die Neuerung liegt vor allem darin, dass der Kopf dabei konstant in der Spur bleibt. Patterned Media mit hohen Datendichten waren schon zuvor erzeugt worden, unter anderem von Toshiba selbst. Das Unternehmen gibt in seiner Mitteilung (PDF(öffnet im neuen Fenster)) aber zu bedenken, dass bisher noch nicht vom BPM gelesen und geschrieben werden konnte. Das soll im nächsten Schritt erforscht werden.
Wie schon im Januar 2010 angekündigt, arbeitet Toshiba dabei bisher mit Datendichten von 2,5 Terabit pro Quadratzoll. Das entspricht rund 300 GByte auf der Größe einer Briefmarke. Gemessen an den 500 bis 600 Gigabit pro Quadratzoll, die bereits erhältliche Festplatten mit maximal 3 TByte heute erreichen, sollten sich mit den ersten BPM-Laufwerken mindestens 15 Terabyte erreichen lassen. Nach Angaben von Toshiba arbeiten die Forscher aber auch schon an Patterned Media mit 5 Terabit pro Quadratzoll.
Gegenüber PC World sagte(öffnet im neuen Fenster) das Unternehmen, es rechne bereits 2013 mit den ersten BPM-Laufwerken – Toshiba machte dabei aber noch keine Angaben zur Kapazität. Die Patterned Media sind dabei auch nicht die einzige Grundlagentechnologie für größere Festplatten, die derzeit auf Praxistauglichkeit untersucht wird.
Seagate hatte erst kürzlich bekanntgegeben, eher auf thermisch unterstütztes Schreiben (HAMR) zu setzen. Dafür müssen die Medien noch ein bis zwei Festplattengenerationen lang noch nicht mechanisch aufgeteilt werden. Langfristig ist aber bisher keine andere Technik als BPM in Sicht, welche das bisherige rasante Wachstum der Kapazitäten fortschreiben könnte. Unproblematisch verläuft die Entwicklung der BPMs jedoch nicht: Noch 2006 meinte Hitachi, 2010 könnte es die ersten Laufwerke damit geben.



