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Serverhosting: Schwedische Piratenpartei unterstützt Wikileaks

Die schwedische Piratenpartei wird künftig einige der Server von Wikileaks hosten und der Organisation Bandbreite zur Verfügung stellen – beides kostenlos. Die Partei betrachtet das als Teil ihrer politischen Aufgabe. In den USA droht Gründer Julian Assange inzwischen eine Anklage wegen Spionage.
/ Werner Pluta
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Während in den USA die Wellen wegen der Veröffentlichung der Afghanistan-Dokumente hochschlagen, hat Wikileaks in Europa einen neuen Verbündeten gefunden: Die schwedische Piratenpartei wird künftig einige Server der Organisation betreiben. Die Partei werde "Wikileaks Bandbreite und Hosting als Teil ihrer politischen Aufgabe kostenlos zur Verfügung stellen" , heißt es in einer Mitteilung der Partei(öffnet im neuen Fenster) .

Ungemein wichtig

"Der Beitrag von Wikileaks ist ungemein wichtig für die ganze Welt" , begründete der Parteivorsitzende Rick Falkvinge den Schritt. Den hatten er und Wikileaks-Gründer Julian Assange am Wochenende in Stockholm vereinbart.

Wo sich die Server von Wikileaks befinden, ist nicht ganz klar: Die Organisation selbst hatte im Mai erklärt, sie habe ihre Webseite von Servern aus den USA nach Belgien umgezogen . In den USA hingegen gehen viele davon aus, dass die Server in Island stehen. Auch Schweden ist immer wieder als Standort genannt worden.

Anklage in den USA erwogen

Das US-Justizministerium (US Department of Justice, DOJ) erwägt unterdessen eine Anklage gegen Assange, berichtet die Washington Post(öffnet im neuen Fenster) . Der Wikileaks-Gründer soll gegen den Espionage Act verstoßen haben.

Die US-Tageszeitung hält das Vorhaben des DOJ jedoch für falsch. Der Espionage Act sei ein Gesetz, das die Spionage in den USA im Auftrag einer fremden Macht untersage. Er sei jedoch so weit und vage gefasst, dass er in der Vergangenheit auch schon gegen Angeklagte angewandt wurde, die nichts mit Spionage zu tun hatten.

Nicht an Geheimhaltung gebunden

Es sei zudem nicht die Aufgabe der Regierung, gegen eine Organisation vorzugehen, die ohne Diebstahl in den Besitz geheimer Dokumente gelangt sei. Medienunternehmen seien nicht an die Vorgaben der Regierung zur Geheimhaltung gebunden. Diese dürfen in den USA geheimes Material straffrei veröffentlichen.

US-Konservative hatte bereits kurz nach der Veröffentlichung von rund 76.000 geheimen Dokumenten aus dem Afghanistan-Krieg eine Verurteilung Assanges sowie ein Abschaltung von Wikileaks gefordert . Einer von ihnen, Marc Thiessen, ein Mitarbeiter von Expräsident George W. Bush, hatte Wikileaks den Status eines Medienunternehmens abgesprochen. Deshalb sei die Veröffentlichung der Dokumente Spionage gewesen und Assange dafür zur Rechenschaft zu ziehen.


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