Linux-Kernel: 2.6.36 mit Apparmor und für Fermi
Zu dem Schwung neuer und aktualisierter Treiber gesellt sich ein rudimentäres KMS-Modul für Nvidias aktuellen Fermi-Grafikchip. Außerdem erhält das in Kernel 2.6.35 eingepflegte Subsystem für Infrarot-Receiver ein neues Interface für Treiber. Einige Treiber sind dem Licr-Userspace-Daemon bereits beigelegt, etwa für HVR-1250 und TeVii S470. Ein neuer Treiber schaltet Grafikchips in mobilen Westmere-Prozessoren auf eine höhere Taktfrequenz, wenn die Wärmeentwicklung es noch zulässt. Das Sensor-Framework Hwmon erhielt ebenfalls zahlreiche Patches, um es auf den aktuellen Stand zu bringen.
Nachdem Ubuntu-Entwickler das Sicherheitsframework Apparmor erneut für die Aufnahme in den Kernel eingereicht hatten, akzeptierte Torvalds den Patch für diese Kernel-Version. Damit endet ein jahrelanges Aufnahmeverfahren für Apparmor, das unter anderem in Ubuntu und teils in Opensuse für erweiterte Sicherheiteinstellungen sorgt.
Mit der Veröffentlichung des ersten Release Candidates schließt Torvalds zugleich das sogenannte Merge-Fenster für den neuen Kernel. Neue Funktionen werden nur noch unter äußersten Bedingungen akzeptiert. Die bereits aufgenommenen neuen Komponenten sollen stabilisiert werden. Torvalds hatte schon im letzten Entwicklungszyklus zahlreiche Patches zurückgewiesen und zeigte sich mit dem "Experiment zufrieden".
Erscheinungstermine für finale Versionen des Kernels werden traditionell nicht bekanntgegeben. Normalerweise dauert die Stabilisierungsphase fünf bis sechs Wochen. Damit dürfte Kernel 2.6.36 Anfang Oktober 2010 erscheinen. Die Vorabversion liegt als Quellcode(öffnet im neuen Fenster) auf der offiziellen Webseite des Kernel-Projekts zum Download bereit. Unter kernel.org(öffnet im neuen Fenster) haben die Entwickler auch ein vollständiges Changelog(öffnet im neuen Fenster) abgelegt.
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