Korruptionsvorwurf: US-Behörden ermitteln gegen HP wegen Geschäften in Russland
Mindestens seit Dezember 2009 untersuchen deutsche Ermittler die Vorfälle, die sich in den Jahren 2004 bis 2006 abgespielt haben sollen. Dazu ließen die Behörden erst deutsche und im April 2010 auch russische Büros von HP durchsuchen. Der Vorwurf: Um ein Geschäft in Höhe von 35 Millionen Euro für sich zu sichern, soll HP russische Aufraggeber mit 8 Millionen Euro bestochen haben.
Pikanterweise handelte es sich bei dem Auftrag um Rechner für die russische Generalstaatsanwaltschaft, die damit gesicherte Kommunikation abwickelt. Eingefädelt wurde der Deal laut dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) von drei deutschen Händlern.
Wie die Zeitung zudem aus Kreisen der US-Justiz erfahren haben will, ermitteln sowohl das US-Justizministerium als auch die Börsenaufsicht SEC inzwischen gegen HP. Nach dem "Foreign Corrupt Practices Act(öffnet im neuen Fenster)", das Bestechung durch US-Firmen auch im Ausland unter Strafe stellt, könnte sich HP bei einem Beweis der Vorwürfe strafbar gemacht haben. Das Gesetz sieht dafür sowohl Strafen gegen das Unternehmen als auch Einzelpersonen vor.
Noch arbeiten die Beschuldigten und die Behörden dabei ohne Druck zusammen. HP soll Unterlagen aus den USA ohne gerichtliche Anordnung zur Verfügung gestellt haben, und sächsische Staatsanwalte sollen dem Bericht zufolge ihre Unterlagen den US-Kollegen nach einer formlosen Anfrage übergeben haben.
Die US-Behörden wollten dem Journal zu den Vorgängen keinen Kommentar abgeben. Von HP erfuhr die Zeitung aber, dass sich die Vorwürfe vor allem gegen Exmitarbeiter richten sollen, die teils schon vor Jahren das Unternehmen verlassen hatten. Zudem lägen einige der Vorgänge schon sieben Jahre zurück.