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Wikileaks: Assange will weitere Afghanistan-Dokumente veröffentlichen

Wikileaks -Gründer Julian Assange ist unbeirrt: Die Organisation will auch die restlichen Afghanistan-Dokumente veröffentlichen, wenn diese bearbeitet sind. Das bekräftigte Assange bei einer Diskussionsveranstaltung in London. Bei der war er aber nicht anwesend, sondern nur per Videokonferenz zugeschaltet. Wo er war, wollte er nicht verraten.
/ Werner Pluta
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Das US-Verteidigungsministerium hat die Betreiber des Angebots Wikileaks davor gewarnt, weitere der geheimen Afghanistan-Dokumente zu veröffentlichen. US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte, das gefährde das Leben weiterer afghanischer Mitarbeiter der US-Truppen, berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) . Sowohl das Terrornetzwerk al Qaida als auch die aufständischen radikalislamischen Taliban hätten angekündigt, die Dokumente nach den Namen von Kollaborateuren zu durchsuchen. Derzeit gebe es noch keine Hinweise darauf, dass Menschen deswegen getötet worden seien, sagte Gates bei einem Truppenbesuch. Die Betonung liege dabei aber auf "noch" .

Restliche Dokumente kommen

Wikileaks-Gründer Julian Assange will sich jedoch nicht davon abbringen lassen, die noch übrigen Dokumente auch auf Wikileaks zu veröffentlichen. Wikileaks hat kürzlich 76.000 geheime Dokumente der US-Armee aus Afghanistan veröffentlicht . 15.000 weitere wurden bisher aus Sicherheitsgründen noch zurückgehalten. Die sollen aber "auf jeden Fall" zugänglich gemacht werden, bekräftigte Assange bei einer Veranstaltung des Londoner Medienclubs Frontlineclub(öffnet im neuen Fenster) . Ein Datum dafür gebe es noch nicht.

Allerdings werden sie zuvor bearbeitet, um zu verhindern, was Gates befürchtet – nämlich dass Menschen zu Schaden kommen. Das sei bei rund 7.000 Dokumenten bereits geschehen, sagte Assange. Ein Teil der Kritik, der sich Wikileaks zuletzt ausgesetzt sah, sei durchaus berechtigt gewesen, sagte der Gründer der Organisation und wiederholte seinen Aufruf an das US-Verteidigungsministerium und Menschenrechtsorganisationen, sich an der Bearbeitung zu beteiligen. Bislang habe Wikileaks keine Hilfe bei dieser schwierigen Aufgabe bekommen, nicht von den genannten und – bis auf eine Ausnahme – auch nicht von den Medien, beklagte er.

Per Videokonferenz zugeschaltet

Der Wikileaks-Gründer fürchtet offensichtlich um seine Sicherheit: So war Assange nicht selbst in London anwesend, sondern lediglich per Video zugeschaltet. Fragen zu seinem aktuellen Aufenthaltsort wollte er nicht beantworten. Außerdem hatte er sein Äußeres verändert: Seine sonst schlohweißen Haare waren dunkel gefärbt. Nicht zu Unrecht: So hatten Beamte des US-Grenzschutzes einen Wikileaks-Mitarbeiter kürzlich bei der Einreise in die USA mehrere Stunden lang festgehalten und verhört , wie Assange bestätigte.

Die US-Behörden hingegen scheinen eher hinter dem Informanten als hinter dem Gründer von Wikileaks her zu sein: Das US-Außenministerium habe keine anderen Länder darum gebeten, gegen Assange zu ermitteln, sagte Ministeriumssprecher Philip Crowley dem US-Branchendienst Cnet(öffnet im neuen Fenster) . "Wir haben kein Land aufgefordert, etwas zu tun."

Keine Ermittlungen verlangt

Es habe, so Crowley, Gespräche mit mehreren Ländern gegeben. Darin sei es aber nur um die Bedenken der USA zu diesem Thema gegangen. Er widersprach damit US-Medienberichten, wonach die US-Regierung die Regierungen verschiedener westlicher Länder, darunter auch die deutsche, bewegt haben soll, Ermittlungen gegen Assange einzuleiten.

In der Diskussionsrunde bestätigte Assange die Existenz weiterer brisanter Dokumente, die in einer 1,4 GByte großen Datei mit dem Namen Insurance.aes256 enthalten sind. Die Datei steht zwar auf Wikileaks zum Herunterladen bereit. Sie ist aber durch eine 256 Bit starke Verschlüsselung geschützt. Sollte Wikileaks allzu sehr unter Druck geraten, so Assange, werde das Passwort veröffentlicht, das den Zugang zu den Daten ermöglicht.


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