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Neue Prozessoren: Modellnummern zu Sandy Bridge, AMD erreicht 3,5 GHz

Die traditionelle Modellpflege der CPU-Hersteller im Herbst steht kurz bevor. In inoffiziellen Roadmaps und Händlerangeboten finden sich neue Produkte von AMD und Intel. Aufgerollt wird der Markt aber erst 2011 mit Intels neuem Design Sandy Bridge. Dafür führt Intel ein noch komplizierteres Namensschema als bisher ein.
/ Nico Ernst
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Bisher haben weder AMD noch Intel ihre neuen Modelle angekündigt, wie bei Komponenten inzwischen üblich, tauchen die Produkte aber bereits bei Händlern auf. Die dort genannten Preise sind dabei vor dem Marktstart aber eher symbolisch, da sich die Anbieter die Verfügbarkeit neuer CPUs anfangs oft teuer bezahlen lassen.

AMDs überzeugender Sechskerner Phenom II X6 mit dem Kern "Thuban" bekommt mit dem Modell 1075T bei 3,0 GHz nominalem Takt und 3,5 GHz per Turbo-Core ein neues Mittelklassemodell. Nach ersten Listungen soll er um 250 Euro kosten und ist damit deutlich teurer als der 1055T mit 2,8 GHz Basistakt, der schon unter 180 Euro zu bekommen ist. Den bisherigen Daten zufolge ist die Ausstattung des neuen Thuban zu den bisherigen Modellen identisch, er verfügt über 6 MByte L3-Cache, 125 Watt TDP und einen offenen Multiplikator.

AMDs schnellster Quad-Core für Desktops

Turbo-Core gibt es bei AMD weiterhin nur für die Sechskerner, dennoch setzt der Chipherstelller mit dem ebenfalls in den nächsten Wochen erwarteten Phenom II X4 970 einen Rekord: 3,5 GHz erreichte bisher noch kein Prozessor dieser Baureihe. Da die vier Kerne des X4 diesen Takt auch bei Auslastung aller Cores beibehalten, was beim X6 nicht so ist, können Anwendungen auf dieser CPU schneller laufen, wenn sie nicht mehr als vier Threads starten. Erst bei besonders gut aufgeteilten Programmen sind die Sechskerner schneller. Um 200 Euro soll der X4 970 kosten.

Auch die kleineren Modellreihen ergänzt AMD um je einen Prozessor. Den Dual-Core Phenom II X2 soll es auch als Modell 560 mit 3,3 GHz geben, und die Quad-Cores mit kleineren Caches bekommen als Athlon II X4 645 einen neuen Vertreter mit 3,1 GHz. Die Preise für diese Prozessoren weichen in den bisherigen Angeboten stark voneinander ab.

Bei Intel sind dagegen nach bisherigem Stand keine neuen Modelle der stark beworbenen Core-i-Serien zu erwarten. Lediglich einen Vertreter des Pentium mit zwei Kernen soll es als Version E5700 mit 3 GHz und 2 MByte L2-Cache geben. Intels ARK-Datenbank führt(öffnet im neuen Fenster) diese CPU bereits als "Launched", in der offiziellen Preisliste des Chipherstellers taucht sie aber noch nicht auf.

13 Modelle von Sandy Bridge

Dass sich der Marktführer jetzt mit neuen Produkten so zurückhält, liegt an seiner ersten komplett neuen Architektur seit dem Ende 2008 erschienenen Nehalem. Das neue Design mit dem Codenamen "Sandy Bridge" soll zwar noch 2010 auf den Markt kommen, die breite Verfügbarkeit stellte Intel-Chef Paul Otellini aber erst für das erste Quartal 2011 in Aussicht. Es ist wahrscheinlich, dass Intel wie schon bei den letzten neuen Modellreihen Ende 2008 und Ende 2009 erst einige wenige High-End-Modelle auf den Markt bringt und danach Prozessoren der Mittel- und Einstiegsklasse.

Bei Expreview gibt es(öffnet im neuen Fenster) bereits eine Liste mit 13 Sandy-Bridge-Prozessoren für Desktops aus nicht genannter Quelle. Die Namen Core i7, i5 und i3 behält Intel demnach bei. Die Modellnummern werden aber auf vier Stellen erweitert, zusätzlich gibt es noch einen Buchstaben. Das dient der Unterscheidung nach Leistungsaufnahme und dem offenen Multiplikator.

Neues Namensschema schon mit Ungereimtheiten

Die Buchstaben "S" für sparsamere CPUs und "K" für solche, die sich besonders leicht übertakten lassen, hatte Intel bereits für die bisherigen Core-i-Prozessoren eingeführt. Und so gibt es auch bei Sandy Bridge wieder CPUs mit gleicher Modellnummer, aber unterschiedlichem Takt, was nur aus der Namenserweiterung hervorgeht. In den inoffiziellen Daten von Expreview scheint dabei aber noch ein Fehler zu stecken: Ein Core i5-2500S mit Nominal- und Turbo-Takten von 2,7 und 3,7 GHz soll 65 Watt TDP aufweisen, der Core i5-2500T aber 2,3 und 3,3 GHz bei 45 Watt. Umgekehrt gibt es aber auch einen Core i5-2500 ohne Buchstaben, der auf 3,3 und 3,7 GHz bei 95 Watt kommt.

Die Unterscheidung nach physikalischen Kernen und möglichen Threads hat Intel aber beibehalten, wodurch sich zumindest die Modellreihen einordnen lassen: Die Core i7 der Baureihe 2000 verfügen über vier Kerne mit acht Threads per Hyperthreading. Ein Core i5 ist auch weiterhin ein Quad-Core, der aber nur vier Threads verarbeiten kann. Und die Core i3 sind immer noch Dual-Cores, die vier Threads parallel ausführen können. Neu ist aber, dass es Core i3 geben wird, die kein Turbo-Boost unterstützen, während das bei anderen Modellen der Fall ist.

Aus den noch nicht bestätigten Roadmaps geht auch hervor, dass Intel gleich zum Start auch erstmals Quad-Cores mit 32 Nanometern Strukturbreite fertigen will. Wie schon die letzten neuen Designs Clarkdale und Arrandale sollen auch die Vierkerner einen Grafikkern mitbringen. Ob das bei allen Modellen der Fall sein wird, ist aber noch nicht bestätigt.


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