Vimeo-Video-Löschung: Die GVU gibt sich unschuldig
An der Löschaktion von frei verfügbaren (Creative Commons 3.0 by-sa-nc) Episoden des Elektrischen Reporters und des Videos "Du bist Terrorist" war die Gesellschaft zur Verfolgung vom Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU) nicht beteiligt. Stattdessen soll die Schuld bei OpSec Security liegen, eine Firma, die mit der GVU zusammenarbeitet. Im Falle der versehentlichen Löschaktion hat OpSec Security alleine gehandelt und ohne Einverständnis der GVU die sogenannten Take-Down-Notices verschickt, in denen die GVU als Auftraggeber genannt wurde.
Der Elektrische Reporter Mario Sixtus vermeldet einen Teilerfolg(öffnet im neuen Fenster). Nicht nur die gelöschten Videos sind wieder auf dem Videoportal Vimeo zu finden. Die Firma OpSec Security hat auch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben und sich damit zu ihrer Urheberrechtsverletzung bekannt. Mit der Erklärung soll verhindert werden, dass Sixtus' urheberrechtlich geschützten Werke nochmals von der Firma gelöscht werden, die Urheberrechtsverletzungen verfolgt.
Sixtus wollte ursprünglich von der GVU eine Unterlassungserklärung haben, die sich jedoch nicht zuständig fühlt. Aufgrund des Vorstoßes von OpSec Security ist ein weiteres Vorgehen allerdings ein finanziell hohes Risiko. Sixtus' Anwalt Udo Vetter hat sich ebenfalls zu dem Vorfall geäußert(öffnet im neuen Fenster). Er hat davon abgeraten, weiter gegen die GVU vorzugehen. Hauptproblem ist, dass es keine Einsicht zum Vertragsverhältnis zwischen der GVU und OpSec gibt. Es wäre also sehr schwer nachzuweisen, dass die OpSec Security in diesem Fall tatsächlich im Auftrag der GVU gehandelt hat.
Immerhin hat der Vorfall Vorteile für Urheber. Eine Raublöschung, wie Sixtus die Löschaktion nennt, ist seiner Darstellung nach tatsächlich eine Urheberrechtsverletzung. In Zukunft dürften es Opfer leichter haben, sich gegen selbsternannte Rechtevertreter zu wehren, die einfach Videos löschen lassen.
Die GVU selbst gibt ferner bekannt, dass sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben auch weiterhin mit verschiedenen Partnern arbeiten wird, zu der explizit auch OpSec Security gehört. Der Verein will die Verfahren allerdings verbessern.
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