Einladung für Spammer

Bug bei Facebook nützt Datensammlern

Eine offenbar schon geschlossene Lücke im Anmeldesystem von Facebook machte das soziale Netzwerk zur Verifizierungsstelle für Mailadressen. Zudem ließen sich durch einen einfachen Trick die Realnamen der Benutzer und ihre Profilbilder einsammeln.

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Einladung für Spammer: Bug bei Facebook nützt Datensammlern

In der Security-Mailingliste Full Disclosure wies Atul Agarwal von Secfence Technologies auf ein merkwürdiges Verhalten von Facebook hin, das er selbst nicht klar als Bug oder Feature einordnen konnte. Der Sicherheitsforscher hatte versucht, sich mit einem falschen Passwort, aber seiner richtigen Mailadresse anzumelden. Daraufhin präsentierte ihm Facebook seinen echten Namen, zusammen mit dem Profilbild.

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Das lag nicht am Browsercache oder an Cookies, wie weitere Experimente zeigten - im Gegenteil: Die Daten von Facebook-Usern wurden immer ausgegeben, wenn denn eine dort genutzte Mailadresse eingegeben wurde. Der Redakteur Sam Diaz von ZDnet USA konnte diesen Effekt ebenfalls beobachten. Er fand auch heraus, dass es genügt, eine Mailadresse einzugeben, die irgendwo auf den Facebook-Seiten eines Mitgliedes vorkommt. Die Adresse, die zur Registrierung genutzt wurde, muss gar nicht bekannt sein.

Der Entdecker des Phänomens, Atul Agarwal, stellt in seinem Beitrag fest, dass sich die Funktion über Skripte zum Datensammeln auf mehreren Wegen missbrauchen lässt. So können Spammer Mailadressen mit Namen und Bildern verknüpfen, was wiederum Phising-Versuche durch direkte Ansprache glaubhafter erscheinen lässt.

Zudem können Spammer auch erfundene Mailadressen ausprobieren, beispielsweise aus einer Kombination von Namenskürzeln und Firmennamen. Bei 500 Millionen Nutzern wäre Facebook so das größte Nachschlagewerk für existierende Mailadressen. In der Spamszene werden außerdem Datensätze, die mit einem Realnamen verbunden sind, viel teurer gehandelt als die Mailadresse alleine. Ein Bild der Person erhöht den Wert weiter.

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Gegenüber PC Advisor gab ein Sprecher von Facebook an, dieses Verhalten der Webseite sei erst kürzlich durch einen Bug in einer neuen Softwareversion aufgetreten. Normalerweise sollte Facebook falsche Logins nicht durch Preisgabe des zugehörigen Namens und Profilbildes beantworten. Das erklärt auch, warum dieser Effekt bisher nicht aufgefallen war.

Der Sprecher sagte weiter, Facebook würde schon an einer Reparatur arbeiten. Das ist in der Nacht zum 12. August 2010 deutscher Zeit offenbar auch schon umgesetzt worden: Golem.de konnte das Verhalten der Loginseiten mit bekannten E-Mail-Adressen, über die Facebook-Accounts erstellt worden waren, nicht mehr nachstellen. Gleiches war bei Adressen, die auf den Seiten eines Mitgliedes in Kommentaren vorkamen, zu beobachten. Ob und in welchem Maße die Lücke bereits ausgenutzt wurde, ist noch nicht bekannt.

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