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Spielemesse: Gamescom 2010 von Zwangsräumung bedroht?

Gamescom
Ein Rechtsstreit zwischen der Stadt Köln, der Messegesellschaft und einem Immobilienunternehmen könnte zur Gefahr für die Spielemesse Gamescom werden. Sogar von Zwangsräumung des Geländes ist die Rede.
/ Peter Steinlechner
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Seit Monaten wird am Rhein wegen der Kölner Messe gestritten. Hintergrund: Der Europäische Gerichtshof hat geurteilt, dass der Mietvertrag zwischen der Stadt und den Eigentümern der Hallen und des Grundstücks nicht gültig ist, weil er nicht europaweit ausgeschrieben wurde. Gelände, Kongresszentrum und weitere Gebäude gehören derzeit einem Immobilienentwickler namens Oppenheim-Esch – der wiederum aus rund 30 Investorengruppen besteht, darunter Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff, Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz und die Besitzer des Schuhgeschäfteimperiums Deichmann.

Als Folge des Streits hat die Stadt Köln Anfang August 2010 den Mietvertrag gekündigt und die fällige Monatsmiete in Höhe von 20,7 Millionen Euro nicht überwiesen. Die Kommune ist überzeugt, dennoch über ein Nutzungsrecht zu verfügen, möchte aber den Druck auf Oppenheim-Esch erhöhen, das Gelände wieder an sie zu übertragen. Oppenheim-Esch hält die Kündigung für unwirksam. Laut einem Bericht von Welt Online(öffnet im neuen Fenster) hatten die Investoren kürzlich mit Zwangsräumung gedroht – davon wäre in erster Linie die Gamescom betroffen.

Dass es so weit kommt, ist sehr unwahrscheinlich. Der Branchenverband BIU gibt sich gelassen: "Wir gehen davon aus, dass sich die Tore der Messe öffnen werden und die Gamescom nicht von einstweiligen Maßnahmen betroffen ist", sagte dessen Geschäftsführer Olaf Wolters zu Gamesindustry.biz(öffnet im neuen Fenster). Zum einen hat auch Oppenheim-Esch kein Interesse daran, die Situation eskalieren zu lassen. Zum anderen würde die Gesellschaft vor gewaltigen Schadensersatzforderungen stehen, falls Gerichte im Nachhinein feststellen, dass Maßnahmen wie eine Zwangsräumung unzulässig waren. Nach aktuellem Stand ist die Gamescom vom 19. bis 22. August 2010 für das Publikum geöffnet – in Köln.


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