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Menschenrechtsgruppen: Veröffentlichung von Namen durch Wikileaks kritisiert

In einer E-Mail an Wikileaks-Gründer Julian Assagne haben zahlreiche Menschenrechtsgruppen – darunter auch Amnesty International – die Veröffentlichung von Namen afghanischer Bürger in den Dokumenten zum dortigen Krieg scharf kritisiert. Frühere Fälle zeigten, dass diese Menschen dabei in Lebensgefahr gebracht würden, heißt es zur Begründung.
/ Jörg Thoma
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Die Menschenrechtsgruppen mahnten zunächst in einer E-Mail an Wikileaks-Gründer Julian Assange, die Aktivistengruppe sollte die bereits veröffentlichten Dokumente und weitere, die zur Veröffentlichung vorgesehen sind, genauer redigieren. In einer Sichtung der verfügbaren Dokumente seien tausende Namen afghanischer Bürger aufgelistet. Zuvor hatte Wikileaks versichert, die Dokumente akribisch nach möglicherweise gefährdeten Personen durchsucht und deren Namen entfernt zu haben. Zum Krieg in Afghanistan hat Wikileaks bereits 76.000 Dokumente freigegeben, weitere 15.000 sollen folgen.

In dem Brief an Assange erklärten die Menschenrechtsgruppen: "Wir haben bereits zahlreiche negative, sogar tödliche Konsequenzen für Afghanen gesehen, denen vorgeworfen wird, mit internationalen Truppen zu sympathisieren oder für sie zu arbeiten. Wir bitten eindringlich darum, diese Dokumente erneut zu sichten und Namen zu entfernen oder die Dokumente ganz zu löschen." Der Inhalt des Briefs wurde von einer Quelle aus einer der Organisationen dem Wall Street Journal zugespielt(öffnet im neuen Fenster).

Zu den Unterzeichnern des Dokuments gehören unter anderem Amnesty International(öffnet im neuen Fenster), Campaign for Innocent Victims in Conflict (CIVIC)(öffnet im neuen Fenster), das Open Society Institute (OSI)(öffnet im neuen Fenster), die Afghanistan Independent Human Rights Commission(öffnet im neuen Fenster) und das Kabuler Büro der International Crisis Group (ICG)(öffnet im neuen Fenster).

Laut der Quelle fragte Assange seinerseits nach, ob Wikileaks Hilfe beim Redigieren der Dokumente vonseiten der Gruppen erwarten könne. Ein Angebot von Amnesty International, bei einem gemeinsamen Treffen die Details der Unterstützung zu diskutieren, soll Assange jedoch rüde abgewiesen haben.

Die Taliban haben bereits angekündigt, die Dokumente nach Namen zu durchforsten. Die Exekution afghanischer Zivilisten durch die Taliban übertrifft in den ersten sieben Monaten 2010 mit 225 bereits die Zahl Getöteter im gesamten letzten Jahr.

Bislang war Amnesty International der Aktivistengruppe wohlgesonnen. Assange erhielt letztes Jahr den Medienpreis der Organisation für die Veröffentlichung von Dokumenten zu den gezielten politischen Morden in Kenia im Jahre 2008.

Auch mit dem Pentagon hat Wikileaks Ärger: Das US-Verteidigungsministerium forderte bereits die Löschung und Aushändigung sämtlicher Dokumente zum Krieg in Afghanistan.


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