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Urheberrechtsverletzungen: Vimeo löscht freie Videos auf Wunsch der GVU (Update)

Aufgrund vermuteter Urheberrechtsverletzungen sind beim Videoportal Vimeo mehrere, eigentlich freie Videos verschwunden. Vimeo beruft sich auf Forderungen, die durch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) gestellt wurden.
/ Andreas Sebayang
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Mehrere Episoden des Elektrischen Reporters(öffnet im neuen Fenster) wurden aufgrund von angeblichen Urheberrechtsverletzungen vom Videoportal Vimeo gelöscht(öffnet im neuen Fenster). Mario Sixtus, der Urheber des Elektrischen Reporters, twitterte dies(öffnet im neuen Fenster) am späten gestrigen Abend. Das Pikante daran: Die Videos stehen allesamt unter der Creative-Commons-Lizenz, wie Sixtus angibt(öffnet im neuen Fenster). Als Lizenz wurde by-nc-sa 3.0(öffnet im neuen Fenster) gewählt. Es darf also jeder das Video weiterverteilen, sofern der Urheber genannt wird, dies ohne kommerzielle Interessen geschieht und die Weitergabe unter gleichen Bedingungen erfolgt.

Laut Vimeo ließ die GVU auch das politische Video "Du bist Terrorist" von Alexander Lehmann löschen(öffnet im neuen Fenster), ohne den Wunsch zu hinterfragen. Auf der Webseite heißt es dazu im Wortlaut: "Sorry, 'Du bist Terrorist' was deleted at 1:58:33 Mon Aug 9, 2010. Vimeo has removed or disabled access to the following material as a result of a third-party notification by Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen claiming that this material is infringing: Du bist Terrorist. We have no more information about it on our mainframe or elsewhere."Als direkte Folge ist das Video auch auf der Webseite dubistterrorist.de(öffnet im neuen Fenster) nicht mehr zu sehen, da dort der Vimeo-Player verwendet wird.

Während die Videos derweil gelöscht bleiben, geht die GVU dem Sachverhalt noch nach, wie die Pressestelle der Gesellschaft auf Nachfrage erklärte. Mit einer Stellungnahme ist wohl erst später zu rechnen.

Nachtrag vom 10. August 2010, 14:00 Uhr:
Mittlerweile hat auch die GVU Stellung zu dem Vorfall genommen. GVU und OpSec Security, die im Auftrag der GVU handeln, bedauern das Versehen.

Die Löschungsaufforderung wurde im Rahmen des sogenannten Anti-Piraterie-Projekts "Portalschließungen" versehentlich verschickt, allerdings nicht auf Wunsch der GVU. Um 22:59 Uhr wurde deswegen eine weitere E-Mail an Vimeo geschickt, die den Fehler korrigieren sollte. Vimeo hat zu diesem Zeitpunkt aber offenbar die Dateien schon vollständig gelöscht.

Zu dem Fehler kam es, weil auf einem anderen Videoportal mit illegalem Inhalt auch legale Videos gelistet waren. Diese sind miterfasst worden. Derzeit sind OpSec und die GVU noch damit beschäftigt, herauszufinden, warum es zu der Erfassung der Creative-Commons-Videos kam.

Mario Sixtus, der Urheber der Elektrische-Reporter-Episoden, die gelöscht wurden, hat sich in seinem Blog ebenfalls ausführlich zu dem Vorfall geäußert(öffnet im neuen Fenster). In den Augen von Sixtus ist das Vorgehen der GVU "nichts anderes, als digitaler Vandalismus". Er spricht von einem Amoklauf der GVU und einer Urheberrechtsverletzung durch die Gesellschaft selbst.

Sixtus hat die GVU aufgefordert, eine rechtsverbindliche und strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben, da er eine Wiederholungsgefahr sieht. Darauf ist die GVU laut Sixtus nicht eingegangen und er hat seinen Anwalt beauftragt, eine Unterlassungserklärung offiziell einzufordern.


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