Drohende Blackberry-Abschaltung: RIM erlaubt Saudi-Arabien Einblick in Kundendaten

In welchem Umfang Saudi-Arabien dann Zugriff auf die Blackberry-Daten erhält, ist nicht bekannt, berichtet die Nachrichtenagentur AP(öffnet im neuen Fenster) . Mit dem Datenzugriff werden die Bedenken der Regierung zerstreut. Sie hatte gefordert, den Datenstrom der Blackberry-Nutzer zur Abwehr von Terrorattacken einsehen zu wollen. Ansonsten sollten die Blackberry-Dienste seit Freitag abgeschaltet sein. Auf eine Anfrage von Golem.de hieß es von RIM lediglich, dass das Unternehmen keinen Kommentar dazu abgeben wolle.
Noch in der vergangenen Woche versicherte RIM: "Alle Aussagen, wir würden Ausnahmen speziell für Regierungen einzelner Länder in Betracht ziehen oder hätten solche Ausnahmen bereits gemacht, sind gegenstandslos." Verschlüsselte Daten würden von RIM weder gespeichert noch könnten diese Daten eingesehen werden, hieß es vom Hersteller.
Dem widerspricht der Sicherheitsexperte Bruce Schneier(öffnet im neuen Fenster) . Nach seinen Ausführungen wird lediglich der Datenverkehr zwischen Endgerät und Blackberry-Server verschlüsselt. Auf dem Blackberry-Server würden die E-Mails jedoch unverschlüsselt verarbeitet, meint Schneier.
In den Märkten Chinas und Russlands konnte RIM erst aktiv werden, nachdem die Sicherheitsbehörden Zugriff auf die Blackberry-Daten erhalten hätten, berichtet Schneier. Wie auch in Saudi-Arabien wurde der Datenzugriff mit Sicherheitsbedenken begründet.