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Internet Explorer: Britische Regierung hält am IE6 fest

Die britische Regierung setzt auch weiterhin auf den Internet Explorer 6. Ein Umstieg auf andere Browser sei nicht zwingend besser, ein Update auf den Internet Explorer 8 zu zeitaufwendig und teuer.
/ Jens Ihlenfeld
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Die neue britische Koalitionsregierung um Premierminister David Cameron und seinen Stellvertreter Nick Clegg fordert die Bürger ihres Landes auf, Vorschläge für Freiheit und Wandel einzureichen. Dazu wurde unter hmg.gov.uk(öffnet im neuen Fenster) eine Onlineplattform gestartet.

Diese nutzte auch der Webdesigner Dan Frydman und forderte die britische Regierung auf, dem Vorbild der Regierungen von Deutschland und Frankreich zu folgen und Menschen aufzufordern, den Internet Explorer 6 durch einen anderen Browser zu ersetzen. Der IE6 habe Sicherheitslücken und ein Upgrade auf einen anderen Browser verspreche mehr Sicherheit.

Websites für Regierungsstellen müssten noch immer auf den IE6 angepasst werden, da der Browser dort im Einsatz sei, obwohl die Industrie sich weiterentwickelt hat. Viele Unternehmen würden zudem darauf bestehen, dass ihre Websites an den IE6 angepasst werden, damit sie auch auf Rechnern von Regierungsstellen funktionieren.

Frydman räumt ein, dass ein Browserwechsel mit hohem Aufwand verbunden sei, merkt aber an, dass die Regierung mit gutem Beispiel vorangehen müsse, wenn die Menschen folgen sollen.

Letztendlich sammelte Frydman bis 6. Juni 2010 rund 6.200 Mitstreiter, die seine Petition unterzeichneten und erhielt jetzt auch eine offizielle Antwort der britischen Regierung(öffnet im neuen Fenster) .

Diese weist darauf hin, dass ein Upgrade der verwendeten Internet-Explorer-Version mit sehr großem Aufwand verbunden sei. Es würde Wochen dauern, die Software zu verteilen und Monate, um sämtliche genutzten Webapplikationen zu testen. Das bedeute zugleich erhebliche Kosten für die Steuerzahler und daher sei es in vielen Fällen kosteneffizienter, auch weiterhin mit dem IE6 zu arbeiten und auf andere Maßnahmen wie Firewalls und Malware-Scanner zurückzugreifen, um die Nutzer vor Angriffen zu schützen.

Zudem gebe es keine Beweise, die belegen, dass der Wechsel weg von einer aktuellen Version des Internet Explorer mit allen Patches und hin zu einem anderen Browser besser vor aktuellen Angriffen schütze.

Microsoft seinerseits rät Nutzern des IE6 zum Umstieg auf den Internet Explorer 8 und geht zunehmend aggressiv gegen den veralteten Browser vor. In Australien verglich Microsoft den IE6 mit alter Milch und erklärte, die "Sicherheitsfunktionen des Internet Explorer 6 seien nun heute veraltet" .


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