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Platform Preview 4: Internet Explorer 9 überholt Safari 5

Animierte SVG-Vektorgrafik und eine tief in den Browser integrierte Javascript-Engine, mit der Microsofts Browser Apples Safari 5 in dessen eigenem Benchmark schlägt, bringt die Platform Preview 4 des Internet Explorer 9 mit. Dabei beschwört Microsoft die Überlegenheit einer durchgehenden Hardwarebeschleunigung.
/ Jens Ihlenfeld
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Mit dem Internet Explorer 9 will Microsoft vieles besser machen, und das in vielerlei Hinsicht. So soll sich der Internet Explorer 9 beispielsweise an Webstandards halten, HTML5 und CSS3 weitgehend unterstützen und in Sachen Geschwindigkeit auf Augenhöhe mit der Konkurrenz liegen. Was die Entwicklung betrifft, hat Microsoft sehr frühzeitig begonnen, Entwicklerversionen zu veröffentlichen, um das Feedback von Webentwicklern aufzugreifen. So wurden die bisherigen Platform Previews des IE9 mehr als 2,5 Millionen Mal heruntergeladen, die Beispiele auf der Seite IE Test Drive(öffnet im neuen Fenster) von mehr als 20 Millionen Menschen angesehen.

Microsoft zeigt Internet Explorer 9 Platform Preview 4
Microsoft zeigt Internet Explorer 9 Platform Preview 4 (02:43)

Ab sofort steht die vierte Platform Preview des Internet Explorer 9 zum Download bereit und wartet mit durchgehender Hardwarebeschleunigung auf. Das betrifft die Darstellung von Text und das Scrollen ebenso wie animierte Grafiken per Canvas und SVG sowie die Videodarstellung.

Neu ist dabei in der Platform Preview 4 die hardwarebeschleunigte Darstellung von mit Javascript animierten SVG-Grafiken. Microsoft demonstriert dies unter anderem mit einem Würfelspiel namens SVG Dice(öffnet im neuen Fenster) . Die Demo läuft in Firefox vergleichsweise ruckelnd ab, Safari zwingt sie in die Knie. Allerdings wird dabei auch deutlich, wie unterschiedlich die verschiedenen Browser SVG darstellen, was Microsoft im Detail dokumentiert(öffnet im neuen Fenster) .

IE9 mit nativer Javascript-Integration

Die zweite große Veränderung in der Platform Preview 4 des Internet Explorer 9 betrifft die neue Javascript-Engine Chakra, die Microsoft nach eigenen Angaben nun nativ in den Browser integriert hat. Damit will sich Microsoft beispielsweise von Firefox abgrenzen, wo in Zukunft mehrere Javascript-Engines zum Einsatz kommen, um die je nach Anwendungsfall schnellste zu nutzen.

Microsoft betont, die Art der Integration der Javascript-Engine in den Browser sei für praktische Anwendungen ebenso wichtig wie die Engine selbst. So bilden IE9 und Chakra ab der Platform Preview 4 ein integriertes System, wovon viele Websites, wie sie real zu finden sind, profitieren sollen.

Bislang unterstützt der Internet Explorer verschiedene Skriptsprachen, neben Microsofts Javascript-Variante JScript waren dies VBScript sowie einige spezialisierte Sprachen wie beispielsweise Perl. Sie alle kommunizierten über COM mit dem Browser, was sich negativ auf die Geschwindigkeit des Systems aus Browser und Scriptengine auswirkte. Zudem verfügt jede Scriptengine über ihre eigene, sprachspezifische Sicht auf das DOM und allen zusammen stand letztendlich nur der kleinste gemeinsame Nenner zur Verfügung, was die Integration neuer Funktionen erschwerte.

Mit der Platform Preview 4 wandert die Javascript-Engine in den IE9, Browser und Javascript-Engine kommunizieren künftig direkt miteinander. Alle Subsysteme des Browsers teilen sich künftig das gleiche, auf ECMAScript 5 (ES5) basierende DOM (Document Object Model), was die Javascript-Engine einschließt. Damit sei der IE9 der erster Browser, der über ES5-Bindings für DOM-Objekte verfügt, so Microsoft.

Andere Scriptsprachen soll der IE9 auch weiterhin unterstützen, dies aber über das alte Kommunikationsmodell.

IE9 überholt Safari 5

Auch die Javascript-Engine Chakra selbst hat Microsoft weiter beschleunigt. In den von Microsoft veröffentlichten Sunspider-Benchmarks liegt der IE9 damit vor Apples aktuellem Browser Safari 5. Lediglich Chrome 5 und 6 sowie Opera 10.6 sind in dem Benchmark des Webkit-Projekts noch schneller als der Internet Explorer 9 in der aktuellen Entwicklerversion. Allerdings geht die Entwicklung auch bei den anderen weiter. Vor allem Firefox dürfte dank der neuen Javascript-Engine Jägermonkey demnächst einen Sprung nach vorn machen.

Das Wesentliche aber bleibt: Der IE9 liegt in Sachen Javascript-Geschwindigkeit auf Augenhöhe mit der Konkurrenz und ist in der aktuellen Vorabversion rund zehnmal schneller als sein Vorgänger.

IE9 bei Standardunterstützung vorn

In Sachen Standardunterstützung ist der Internet Explorer 9 der Konkurrenz überlegen, meint Microsoft und misst dies anhand von mittlerweile 2.138 Einzeltests, die das Unternehmen dem W3C zur Verfügung stellt. Mit der Platform Preview 4 hat Microsoft die Testsuite nochmals erweitert, um 519 Tests. Mit der Standardisierung der Testsuite will Microsoft sicherstellen, dass der gleiche Code von allen Browsern gleich interpretiert wird. Bei älteren Browserversionen unterschied sich Microsofts Interpretation der Standards zum Teil deutlich von den Auffassungen der übrigen Browserhersteller.

Der Acid3-Test, mit dem viele die Standardkonformität von Browsern messen, kritisiert Microsoft auch weiterhin als realitätsfremd. Allerdings bemüht sich Microsoft dennoch um Fortschritte und macht mit der Platform Preview 4 im Acid3-Test einen weiteren Schritt nach vorn. Erreichte die Platform Preview 3 noch 83 von 100 Punkten, kommt die Platform Preview 4 mittlerweile auf 95 von 100 Punkten. Opera, Chrome und Safari erreichen jeweils 100 Punkte, während die stabile Firefox-Version 3.6.8 mit 94 Punkten sogar hinter der aktuellen Entwicklerversion des Internet Explorer 9 liegt.

Die im Acid3-Test abgebildeten Teile, die der IE9 noch nicht beherrscht, betreffen vor allem SVG-Fonts und SMIL-Animationen von SVG, die in Bewegung und kaum verbreitet seien, so Microsoft.

Die Internet Explorer 9 Platform Preview 4 steht ab sofort unter ie.microsoft.com/testdrive(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit. Wie gehabt, handelt es sich dabei nicht um einen vollständigen Browser, denn praktisch alle Bedienelemente fehlen. Das wird sich wohl erst mit der ersten Beta des Internet Explorer 9 ändern, die Microsoft für September 2010 angekündigt hat.


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