RIM wehrt sich: Saudi-Arabien will Datenzugriff via Blackberry blockieren
Mit der Angst vor Terrorattacken begründet Saudi-Arabien das Vorhaben, Einblick in den verschlüsselten Datenstrom von Blackberry-Kunden erhalten zu wollen. Alle Blackberry-Geräte sind standardmäßig mit einer E-Mail-Verschlüsselung versehen, indem E-Mails über eine Client-Server-Architektur verarbeitet werden. Die entsprechende Serversoftware wurde von RIM entwickelt und kann etwa von Regierungen oder Firmen in ihre Unternehmensnetzwerke integriert werden.
Weil der Blackberry-Hersteller Saudi-Arabien keinen Zugriff auf die Blackberry-Daten gewährt, droht das Land damit, alle Blackberry-Datendienste im Land am Freitag, dem 6. August 2010, abzuschalten, berichten unter anderem Reuters(öffnet im neuen Fenster) und das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) . Davon wären ungefähr 700.000 Kunden in Saudi-Arabien betroffen.
Antwort von RIM
In einer Golem.de vorliegenden Stellungnahme bekräftigte RIM, dass das Unternehmen keinem Land Zugriff auf die Blackberry-Daten gewährt: "Die Blackberry-Enterprise-Lösung wurde entwickelt, um RIM oder jedwede dritte Partei unter allen Umständen daran zu hindern, verschlüsselte Informationen lesen zu können. Verschlüsselte Daten werden von RIM weder gespeichert noch können diese Daten eingesehen werden. RIM ist nicht in der Lage, Forderungen nach einer Kopie des Verschlüsselungsschlüssels eines Unternehmens nachzukommen, da weder RIM noch irgendein Provider noch irgendeine dritte Partei über einen Schlüssel verfügt – zu keinem Zeitpunkt."
"Es gibt lediglich eine einzige Blackberry-Enterprise-Lösung, die unseren Kunden weltweit zur Verfügung steht. Diese Lösung wird nicht an die verschiedenen Märkte, in denen wir operieren, angepasst. RIM kooperiert mit allen Regierungen mit beständigen Standards und dem gleichen Level an Respekt. Alle Aussagen, wir würden Ausnahmen speziell für Regierungen einzelner Länder in Betracht ziehen oder hätten solche Ausnahmen bereits gemacht, sind gegenstandslos" , betont der Blackberry-Hersteller.
Indien will ebenfalls Blackberry-Daten einsehen
Weshalb es Saudi-Arabien auf die Blackberry-Dienste von RIM abgesehen hat, ist nicht bekannt. Auch andere in Unternehmen verwendete E-Mail-Lösungen sind mit einer entsprechenden Verschlüsselung versehen. Diese Datenströme können ebenfalls nicht von Unbefugten eingesehen werden. Neben Saudi-Arabien soll Indien in den letzten Tagen Druck auf RIM ausgeübt haben, um die Datendienste von Blackberry-Kunden belauschen zu dürfen. Über eine geplante Blockade der Blackberry-Dienste in Indien ist noch nichts bekannt.



