Illumos

Initiative will vollkommen freie Solaris-Version entwickeln

Unter dem Namen Illumos haben Entwickler eine Initiative gegründet, die den Opensolaris-Kern samt quelloffener Software weiterpflegen will. Illumos soll auf OS/Net basieren und dessen Entwicklung verfolgen.

Artikel veröffentlicht am ,
Illumos: Initiative will vollkommen freie Solaris-Version entwickeln

Unter dem Namen Illumos soll die Entwicklung des Opensolaris-Kernels samt Core-Komponenten unabhängig vom Opensolaris-Projekt weiterentwickelt werden. Bislang unfreie Komponenten sollen als quelloffener Nachbau integriert werden. Dazu gehört beispielsweise die Komponente i18n der Libc-Bibliothek, die Projektgründer Garret D'Amore bereits portiert hat. Weitere Komponenten wie NFS/CIFS-Lock sollen folgen. D'Amore und sein Team wollen alle unfreien Komponenten und Treiber bis Ende des Jahres als quelloffene Versionen liefern. Die ABIs sollen aber weiterhin komplett kompatibel zu der OS/Net-Version von Opensolaris sein.

Inhalt:
  1. Illumos: Initiative will vollkommen freie Solaris-Version entwickeln
  2. Ungeliebtes Solaris

Illumos soll künftig als Basis für weitere Solaris-basierte Distributionen dienen. Zunächst wird Illumos für die Architekturen i386 und amd64 entwickelt werden, später soll Illumos auch auf Sparc-Rechnern laufen. Die künftig angebotenen Distributions-CDs sollen aber lediglich eine Bootstrap-Umgebung bieten, über die Illumos-basierte Distributionen installiert werden können, etwa Opensolaris oder Nexenta.

Nexenta bietet eine Opensolaris-Variante mit Software aus der Ubuntu-Schmiede. Die Firma will später stattdessen auf Illumos als Unterbau setzen, sobald die Entwicklung weit genug vorangeschritten ist. Nexenta ist gleichzeitig D'Amores Arbeitgeber. Weitere zwölf Entwickler beteiligen sich an dem Projekt: Neben Projektleiter D'Amore sind das unter anderem Nexenta-Mitarbeiter Anil Gulecha, BSD-Programmierer David Gwynne und Treiberentwickler Steven Stallion.

Kein Fork, aber doch ein Fork

Unter welcher Lizenz Illumos erscheinen soll, steht indes noch nicht fest. Die Vorschläge reichen von einer um eine SCA-Signatur erweiterten CDDL bis hin zu der Apache-Lizenz. Projektleiter D'Amore befürwortet stattdessen eine BSD- oder MIT-Lizenz. Damit könnten auch Änderungen oder Reparaturen an Illumos wieder zurück bei OS/Net oder gar Solaris landen. D'Amore hat Oracle bereits über das Projekt informiert und eingeladen, sich daran zu beteiligen. Bislang hat sich der Datenbankkonzern noch nicht bei ihm gemeldet.

Stellenmarkt
  1. IT-Spezialist als Systemarchitekt (m/w/d)
    Evangelische Landeskirche in Württemberg, Stuttgart
  2. Spezialist für IT-Sicherheit (m/w/d)
    ekom21 - KGRZ Hessen, Gießen, Darmstadt, Kassel
Detailsuche

Trotz des Sponsors Nexenta sei Illumos ein vollkommen unabhängiges Projekt, betont D'Amore. Es stehe auch nicht in Konkurrenz zu Solaris oder Opensolaris. Man wolle mit dem Illumos-Projekt eigentlich auch keinen Fork bilden, obwohl es streng genommen einer sei. Sollte Opensolaris aber nicht weitergepflegt werden, würde aus dem Illumos-Projekt naturgemäß ein echter Fork entstehen. Man wolle sich darum kümmern, dass Solaris-Software weiterhin auf einer Plattform lauffähig sei, so D'Amore weiter. Simon Phipps, der das Projekt befürwortet, verglich Illumos mit dem Iced-Tea-Projekt, aus dem die freie Java-Plattform OpenJDK hervorging.

Opensolaris passt nicht in Oracles Konzept

Oracle hatte sich zuletzt wenig um die Weiterführung von Opensolaris gekümmert. Ein vom Opensolaris-Gremium anberaumtes Treffen mit einem offiziellen Vertreter von Oracle platzte, nachdem der Vertreter dem Meeting unentschuldigt fernblieb. Daraufhin drohte das Führungsgremium mit der Selbstauflösung, wenn bis zum 15. August keine offizielle Kontaktperson benannt wird.

Seit der Übernahme von Sun und dessen Betriebssystem Opensolaris durch Oracle kam es immer wieder zu Spannungen wegen der quelloffenen Variante des Solaris-Betriebssystems. Das Open-Solaris-Gremium hatte Anfang Februar 2010 bemängelt, dass zunächst kein Kontakt zwischen Oracle und der Community zustande kam.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Ungeliebtes Solaris 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Zentri 08. Aug 2010

Als einzige, die ich mich erinnere war irgenwie aus August 2008 oder so! Jedenfalls aus...

Trollversteher 04. Aug 2010

*LOL*

Der Kaiser! 04. Aug 2010

So hab ich das auch verstanden. Wie gesagt, die Lizenz ist der Knackpunkt.

Zentri 04. Aug 2010

Stimmt! Ich habe nur vordergründig auf die Unterstützung von ZFS geachtet! freeBSD...

Zentri 04. Aug 2010

Wahrscheinlich! Endlich ist Solaris frei erhältlich und dann macht Oracle sowas! Da muss...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Radeon RX 6500 XT
Diese Karte hätte es früher(TM) nie gegeben

In Zeiten irrer Grafikkarten-Preise wird ein winziger Laptop- als überteuerter Gaming-Desktop-Chip verkauft. Eine ebenso perfide wie geniale Idee.
Eine Analyse von Marc Sauter

Radeon RX 6500 XT: Diese Karte hätte es früher(TM) nie gegeben
Artikel
  1. Serielle Schnittstellen: Wie funktioniert PCI Express?
    Serielle Schnittstellen
    Wie funktioniert PCI Express?

    Serielle High-Speed-Links erscheinen irgendwie magisch. Wir erklären am Beispiel von PCI Express, welche Techniken sie ermöglichen - und warum.
    Von Johannes Hiltscher

  2. Matrix: Grundschule forkt Messenger
    Matrix
    Grundschule forkt Messenger

    Statt auf Teams oder Google setzt eine Grundschule in NRW beim Homeschooling auf einen selbst angepassten Matrix-Client. Die Mühe lohnt sich.
    Ein Interview von Moritz Tremmel

  3. Wissenschaft: Wie Malware mit der Antenne erkannt werden kann
    Wissenschaft
    Wie Malware mit der Antenne erkannt werden kann

    IoT-Geräte sind mit steigender Verbreitung ein beliebtes Ziel für Malware. Französische Forschende erkennen sie auf unkonventionelle Weise.
    Von Johannes Hiltscher

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 Ti 12GB 1.699€ • Intel i9-10900K 444,88€ • Huawei Curved Gaming-Monitor 27" 299€ • Hisense-TVs zu Bestpreisen (u. a. 55" OLED 739€) • RX 6900 1.449€ • MindStar (u.a. Intel i7-10700KF 279€) • 4 Blu-rays für 22€ • LG OLED (2021) 77 Zoll 120Hz 2.799€ [Werbung]
    •  /