Internet der Zukunft: Europäisches Projekt SAIL gestartet
Insgesamt arbeiten 24 Unternehmen und Institutionen aus neun europäischen Ländern sowie Australien und Israel am europäischen Internet der Zukunft. Im Rahmen des mit 12,4 Millionen Euro geförderten SAIL-Projekts sollen verschiedene Prototypen entwickelt werden, um die Verbesserungen an konkreten Anwendungsfällen aufzeigen zu können. Die noch zu erarbeitenden Lösungen sollen skalierbar und anpassungsfähig sein. Das am 1. Juli 2010 gestartete SAIL-Projekt(öffnet im neuen Fenster) hat eine Laufzeit von 30 Monaten.
Das SAIL-Projekt gliedert sich in die drei Bereiche Cloud-Networking (CloNe), Open Connectivity Services (OConS) und Network of Information (NetInf). Die übergreifenden Themen Sicherheit, Management, Providerzusammenarbeit und die Kontrolle der Prototypen sollen durch einen eigenen, vierten Arbeitsbereich abgedeckt werden, der den Titel "Impact and Collaboration Enabling" (ICE) trägt.
Cloud Networking soll Cloud-Computing mit dem effizienten Betrieb von Telekommunikationsnetzen kombinieren. Die Open Connectivity Services sollen Datentransport und Routing über heterogene Netzwerktechnologien wie etwa Glasfaser-Backbones oder drahtlose Zugangsnetze adressieren. Das Network of Information soll helfen, die Datenübertragungskapazitäten zu verbessern und kostengünstiger zu machen.
Fraunhofer SIT sorgt für Sicherheit
Beim ICE (Impact and Collaboration Enabling) ist das deutsche Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) für den Themenbereich Sicherheit zuständig. Das Fraunhofer SIT(öffnet im neuen Fenster) verantwortet dabei unter anderem die gemeinsame Behandlung sicherheitsrelevanter Aktivitäten aus den drei Projektbereichen. Ziel ist die Erstellung eines projektweit einheitlichen Sicherheitsframeworks, das übergreifend verwendet werden kann. Damit sollen dann die Projektergebnisse im Hinblick auf die Umsetzung sicherheitsrelevanter Fragestellungen beurteilt werden können.
Das Fraunhofer SIT wird auch im Bereich Cloud Networking an der Identifizierung neuer Sicherheitsrisiken beteiligt sein und soll ein Konzept für den sicherheitsbewussten Umgang mit virtuellen Netzwerken, Speicher- und Rechnerressourcen entwerfen.
Die Beteiligten
Zum industrienahen Entwickeln und Testen von Prototypen sind Netzbetreiber ebenso eingebunden wie die Hersteller von Geräten und Komponenten. Zum Konsortium gehören neben Projektkoordinator Ericsson auch Alcatel-Lucent, Nokia Siemens Networks, NEC, Hewlett-Packard, France Télécom, Telefónica, Telecom Italia, Portugal Telecom Inovação, DoCoMo, Robotiker, SICS, IST – Technische Univ. von Lissabon, Univ. Paderborn, Aalto Univ., KTH Stockholm, Fraunhofer SIT, Univ. Bremen, Institut Telecom, Technion, INRIA, Trinity College Dublin, Univ. Kantabrien und NICTA.
Die Organisationsstruktur von SAIL und die Einbeziehung vieler wichtiger Akteure soll für eine große Akzeptanz in der Industrie sorgen. Thomas Edwall, Project Manager von Ericsson, dazu: "Es verbessert die Möglichkeiten für die Standardisierung von Lösungen und Förderung des Future Internet." Das schaffe qualifizierte Arbeitsplätze und trage dazu bei, dass die europäische Entwicklung in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) "immer einen Schritt voraus" sei.
Die offizielle Projektwebsite findet sich unter www.sail-project.eu(öffnet im neuen Fenster).
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