• IT-Karriere:
  • Services:

Jay Rosen über Wikileaks

"Keine Regierung der Welt kann das stoppen"

Die staatenlose Newsorganisation Wikileaks wird sich niemals kontrollieren lassen - und auf Journalisten kommen völlig neue Aufgaben zu, sagt der US-amerikanische Journalistik-Professor Jay Rosen.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

Zeit Online: Die Meldung, dass die Whistleblower-Seite Wikileaks 92.000 geheime Dokumente über den Afghanistan-Krieg bekommen und teilweise veröffentlicht hat, stand auf allen Titelseiten und schaffte es in die Hauptnachrichten. Die Wikileaks-Aktivisten Julian Assange und Daniel Schmitt sind gefragt wie nie. Dabei gibt es die Seite schon seit 2006. Warum kooperieren Spiegel, Guardian und New York Times erst jetzt in dem Maße mit der Netz-Plattform?

Inhalt:
  1. Jay Rosen über Wikileaks: "Keine Regierung der Welt kann das stoppen"
  2. Es gibt keine Weltregierung
  3. Das Leben geht weiter wie zuvor

Jay Rosen: Ich glaube, weil Sie vorher nicht auf diese Weise von Wikileaks angesprochen wurden. Wikileaks-Aktivist Julian Assange selbst hat das Phänomen ganz gut beschrieben: Wenn man Dokumente schlicht auf die Webseite lädt, so dass sie für jeden verfügbar sind, dann interessiert das die Medien nicht. Für sie ist die Information dann ja bereits publiziert, sie können keinen Scoop damit landen. Deshalb hat Wikileaks die Afghanistan-Dokumente jetzt nur wenigen Medien angeboten, das Angebot quasi künstlich verknappt. Sofort war es interessant. Wikileaks lernt ja mit jeder seiner Veröffentlichungen dazu.

Zeit Online: Warum brauchen die klassischen Medien Wikileaks überhaupt?

Rosen: Die Geheimhaltung hat massiv zugenommen. Die Schattenwelt, die Machenschaften der Nachrichtendienste, die weltweiten Militäroperationen haben im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Terror ein wahnwitziges Ausmaß angenommen. In dieser Relation muss Wikileaks immer noch als ein winzig kleiner Versuch gedeutet werden, dagegen anzukämpfen.

Stellenmarkt
  1. PASCAL Beratungsgesellschaft für Datenverarbeitung m.b.H., Stuttgart, Hamburg-Altona
  2. Vodafone GmbH, Unterföhring

Und schließlich ist Wikileaks ein typisches Produkt des Internets: Im Netz gibt es keine Adressen, keine zentrale Kontrollstelle.

Zeit Online: In Ihrem aktuellen Blogpost bezeichnen Sie das Phänomen Wikileaks als "erste staatenlose Nachrichtenorganisation der Welt". Macht diese "Staatenlosigkeit" denn einen Unterschied?

Rosen: Sie ist wichtig, weil die Veröffentlichungen so von keiner Regierung der Welt verhindert werden können. Wikileaks liegt außerhalb der Reichweite jedweder Gesetzgebung. Man kann das gut oder schlecht finden, mein Punkt ist nur: Es macht einen Unterschied.

Professionelle Nachrichten-Organisationen sind zudem immer das Produkt einer bestimmten nationalen, politischen, professionellen Kultur. Wikileaks braucht auf solche Traditionen keine Rücksicht zu nehmen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Es gibt keine Weltregierung 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 629€ (Vergleichspreis: 721€)
  2. (aktuell u. a. Das neue Fire HD 8 Kids Edition-Tablet für 92,58€, Hoseili Bluetooth-In-Ear für...
  3. 27,43€

adsfasdfasdfasdf 02. Jan 2011

was nützt dir da ein offenes Betriebssytem ? Deinen Rechner kann man auch mit jedem...

Ohne Regierung 29. Jul 2010

Hier ist z.B. keiner für open-cash-control. Anständige Bürgermeister oder Minister würden...

VollProfi 29. Jul 2010

er heißt nicht ahmadi ddingens, sondern Mahmud Ahmadinedschad. Die "provokationen" von...

TheTank 29. Jul 2010

@2: Und? Ihr dürft nicht vergessen das es 'Fakten' aus Sicht der USA und co sind. Da geht...

Gehirnwähler 29. Jul 2010

Wenn's nur seine Meinung wäre.


Folgen Sie uns
       


Huawei Mate Xs im Test

Das Mate Xs von Huawei ist ein Smartphone mit faltbarem Display - und für uns das erste, das vom Design her alltagstauglich ist. Das dürfte allerdings zu Lasten der Widerstandsfähigkeit gehen.

Huawei Mate Xs im Test Video aufrufen
UX-Designer: Computer sind soziale Akteure
UX-Designer
"Computer sind soziale Akteure"

User Experience Designer schaffen positive Erlebnisse, wenn Nutzer IT-Produkte verwenden. Der Job erfordert Liebe zum Detail und den Blick fürs große Ganze.
Ein Porträt von Louisa Schmidt

  1. Coronapandemie Viele IT-Freelancer erwarten schlechtere Auftragslage
  2. IT-Fachkräftemangel Es müssen nicht immer Informatiker sein
  3. Jobporträt IT-Produktmanager Der Alleversteher

Coronavirus und Karaoke: Gesang mit Klang trotz Gesichtsvorhang
Coronavirus und Karaoke
Gesang mit Klang trotz Gesichtsvorhang

Karaokebars sind gefährliche Coronavirus-Infektionsherde. Damit den Menschen in Japan nicht ihr Hobby genommen wird, gibt es nun ein System, das auch mit Mundschutz gute Sounds produzieren soll.
Ein Bericht von Felix Lill

  1. Corona Gewerkschaft sieht Schulen schlecht digital ausgestattet
  2. Corona Telekom und SAP sollen europaweite Warn-Plattform bauen
  3. Universal Kinofilme kommen früher ins Netz

Norbert Röttgen: Kandidat für CDU-Vorsitz streut alternative Fakten zu 5G
Norbert Röttgen
Kandidat für CDU-Vorsitz streut alternative Fakten zu 5G

In der explosiven Situation zwischen den USA und China zündelt Norbert Röttgen, CDU-Politiker mit Aspirationen auf den Parteivorsitz und die Kanzlerschaft, mit unrichtigen Aussagen zu 5G und Huawei.
Eine Analyse von Achim Sawall

  1. Handelskrieg Australiens Regierung greift Huawei wegen Rechenzentrum an
  2. 5G Verbot von Huawei in Deutschland praktisch ausgeschlossen
  3. Smartphone Huawei gehen die SoCs aus

    •  /