Sammlung von Standortdaten: Apple antwortet und will beruhigen

Zwei Mitglieder des US-amerikanischen Repräsentantenhauses hatten sich an Steve Jobs mit der Bitte gewandt, Apples neue Datenschutzrichtlinien zu erläutern. Apples Hausanwalt Bruce Sewell hat diese Aufgabe übernommen und Edward J. Markey von den Demokraten und Joe Barton von den Republikanern geantwortet. Das 13-seitige Antwortschreiben ist auf Scribd(öffnet im neuen Fenster) zu finden. Darin bemüht sich Apple, die Aufregung um die neuen Datenschutzbestimmungen abzufangen.
Auch die deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) forderte Apple auf , die Speicherdauer der gesammelten Daten offenzulegen und zu erklären, welche Nutzerdaten das Unternehmen erfasse und was der Verwendungszweck sei. Von einer Antwort Apples darauf ist noch nichts bekannt.
Neue Datenschutzbestimmungen kommen über iTunes
Über iTunes erhalten iPhone- und iPad-Besitzer nach Apples Angaben seit Ende Juni 2010 die neuen Datenschutzbestimmungen vorgesetzt. Falls sie diese ablehnen, können sie das Gerät weiter einsetzen, allerdings ist die Nutzung des iTunes und App Store dann nicht mehr möglich. Das dürfte für viele Gerätebesitzer eine enorme Einschränkung bedeuten. Stimmen sie den Datenschutzbestimmungen zu, gestatten sie Apple, Standortdaten zu speichern und an Partnerunternehmen weiterzugeben.
In den Einstellungen von iOS 4 lassen sich die Ortungsdienste nicht nur wie bisher global abschalten. Alternativ kann die Standortbestimmung auch für einzelne Programme an- oder abgeschaltet werden. Außerdem zeigen die Einstellungen, welche Applikation in den letzten 24 Stunden Ortungsdaten abgefragt hat.
So sammelt Apple Standortdaten
In Apples Antwort heißt es außerdem, dass die veränderten Datenschutzbestimmungen auch für andere Apple-Produkte gelten. Neben Mac OS ab der Version 10.6 ist das Safari. Apple machte keine Angaben dazu, wie dabei die Zustimmung zu den neuen Datenschutzbestimmungen eingeholt wird. Sowohl im Betriebssystem als auch im Browser sollen sich die Standortdienste ein- oder abschalten lassen. Sobald eine Applikation oder eine Webseite das erste Mal Standortdaten anfordert, erscheint eine Abfrage. Erst wenn diese bestätigt werde, würden die Ortungsinformationen an die Webseite oder die Applikation weitergeleitet.
Geräte mit iPhone OS 1.1.3 bis 3.1 erhalten die Standortdaten noch von Google und Skyhook Wireless. Dazu werden Informationen zu Mobilfunkzellen und WLAN-Hotspots in anonymisierter Form an Google und Skyhook Wireless weitergeleitet.
Apple pflegt eine eigene Datenbank mit Standortdaten
Erst mit dem Erscheinen von iPhone OS 3.2 nutzt Apple eine eigene Datenbank für Standortdaten. Die von Apple gepflegte Datenbank enthält Informationen zu den Positionen von Mobilfunkzellen sowie bekannten WLAN-Hotspots. Zur Fütterung der Datenbank sammelt das Apple-Gerät bei aktivierter Standortbestimmung beständig die Daten von Mobilfunkzellen und WLAN-Hotspots in Verbindung mit den GPS-Daten.
Diese werden dann alle zwölf Stunden über eine WLAN-Verbindung an Apple übermittelt und sollen sich keinem bestimmten Nutzer oder Gerät zuordnen lassen. Falls dann keine WLAN-Verbindung genutzt wird, wird der Datentransfer pausiert, bis eine WLAN-Verbindung besteht. Informationen zu den verwendeten WLAN-Hotspots werden auch an Apple übermittelt, wenn Standortfunktionen in Mac OS oder Safari verwendet werden. Apple machte keine Angaben dazu, wie lange diese Informationen gespeichert werden.
Standortinformationen sammelt Apple auch für die neue Werbeplattform iAd , speichert diese allerdings nicht. Stattdessen werden diese Daten in eine fünfstellige Zahl umgewandelt, die sich weder einem Nutzer noch einem Gerät zuordnen lassen soll. Diese Zahl werde nicht an Partnerunternehmen weitergegeben, beteuert Apple. Stattdessen entscheide Apple anhand der Zahl, welche Werbung für den Kunden passend sei und zeige diese an.