Kopierschutz: "Unvollständige Spiele statt DRM"

Rod Cousens, Chef des britischen Publishers Codemasters, ist kein Fan von digitalem Rechtemanagement, schreibt er in einem Kommentar auf Computerandvideogames.com(öffnet im neuen Fenster) . Zwar könne er die Notwendigkeit von Kopierschutzverfahren verstehen, manchmal gehe es nicht ohne. Aber DRM sei gelegentlich auch kontraproduktiv - dabei hat er womöglich an die Erfahrungen von Ubisoft gedacht . "Mein Ratschlag an uns Publisher ist, tatsächlich unvollständige Spiele zu verkaufen - und dem Konsumenten die Möglichkeit zu bieten, die fehlende Inhalte durch Micropayment zu kaufen" , schlägt Cousens vor.
Spiele sollten im Handel künftig mit eingeschränktem Inhalt günstiger angeboten werden, die Gesamtumsätze kommen dann durch die zusätzlichen Bezahlinhalte zusammen. Schwarzkopierer würden nur Zugriff auf einen kleinen Teil des Spiels bekommen.
Selbst wenn der Vorschlag auf den ersten Blick absurd erscheint: In der Praxis findet er, wenn auch aus anderen Gründen, schon längst Unterstützung. Publisher wie Ubisoft, Activision Blizzard und Electronic Arts veröffentlichen kein größeres Spiel mehr ohne nachgeschobene Download-Zusatzinhalte - allerdings steht dabei für die Unternehmen meist der zusätzliche Umsatz, weniger der Kampf gegen Schwarzkopierer im Vordergrund. Das könnte sich nach und nach tatsächlich - wie von Cousens vorgeschlagen - ändern. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass die unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller tatsächlich sinken.

Den ersten Schritt mag auch Codemasters nicht gehen: Die nächste größere Veröffentlichung - das Rennspiel F1 2010 für Playstation 3, Xbox 360 und Windows-PC - kommt Ende September 2010 zu den jeweils gängigen Plattformpreisen auf den Markt. Und, soweit bekannt, auch mit vollständigem Inhalt.