Intel: Eigener Treiber darf nicht ins eigene Betriebssystem

Der EMGD-Treiber für Intels Grafikchipsätze GMA 500 und 600 besteht nur in Teilen aus quelloffenem Code. Der Kern des Treibers wurde von der Drittfirma Imagination Technologies(öffnet im neuen Fenster) entwickelt und mit einer Non-Disclosure-Vereinbarung belegt. Das hindert Intel daran, den Treiber unter eine Open-Source-Lizenz zu stellen.
Intel hatte den Treiber bereits bei den Kernel-Entwicklern eingereicht, die ihm wegen der Lizenzierung die Aufnahme in den Linux-Kernel verweigerten. Der DRM-Teil (Direct Rendering Module) des Treibers, der als Schnittstelle zum Grafik-Stack des Linux-Kernels dient, ist zwar quelloffen, der X.Org-Treiber besteht aber aus dem proprietären binären Kern.
Intel würde also gegen die Lizenzbestimmungen des Linux-basierten Meego-Betriebssystems verstoßen, wenn der Treiber beiliegen würde. Selbst im Meego-Abkömmling Meego 10 IVI(öffnet im neuen Fenster) (In-Vehicle-Infotainment) für den Einsatz in automobilen Entertainment-Systemen darf der EMGD-Treiber nicht direkt integriert werden.
Der EMGD-Treiber wurde vor allem für den Einsatz mit Meego konzipiert und wird von Intel nicht für andere Linux-Distributionen gepflegt. Das zog weitere Kritik der Open-Source-Gemeinde nach sich. Vor allem ein Versuch von Canonical, den Treiber in Ubuntu 9.10 zu integrieren, scheiterte an Intels Desinteresse.
Intel bietet den Treiber auf seiner Webseite zum Download(öffnet im neuen Fenster) an.