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Datenschützer: Webcam-Spion in deutschen Kinderzimmern

Schüler sind im Umgang mit dem Internet zu leichtsinnig, warnt der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD). Er weist auf einen brisanten Fall hin: Ein Cracker verschaffte sich mit Hilfe eines Trojaners Zugriff auf die Webcams von Schülerinnen.
/ Jens Ihlenfeld
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Im Rahmen des BvD(öffnet im neuen Fenster) -Projekts "Datenschutz geht zur Schule" hat Thomas Floß aufgedeckt, dass ein Cracker sich Zugriff auf die in den Notebooks einiger Schülerinnen integrierten Webcams verschafft und diese so im Kinderzimmer beobachtet hat.

Im Rahmen von "Datenschutz geht zur Schule" besuchen Datenschützer weiterführende Schulen, warnen die Kinder und Jugendlichen anhand konkreter Beispiele vor den Gefahren eines zu leichtsinnigen Umgangs mit den neuen Medien. In einem Fall berichteten mehreren Schülerinnen zweier Schulen einer westfälischen Kleinstadt, dass ab und an die Kontrollleuchte der Webcam an ihrem Laptop leuchte, obwohl sie die Internetkamera gar nicht eingeschaltet hatten.

Dahinter steckte ein Cracker, der die Mädchen mit Hilfe eines Trojaners ausspionierte und sich darüber auch Zugriff auf die Webcam verschafft hatte. Über seine IP-Adresse konnte der Wohnort des Angreifers im Rheinland lokalisiert werden. Als die Polizei bei dem jungen Mann klingelte, liefen auf seinen Computern 150 Videos aus fremden Kinderzimmern gleichzeitig, so der BvD.

Ausgangspunkt für den Angriff war ein Jugendlicher, der ein zu einfaches Passwort für ICQ gewählt hatte und damit den Zugang zu den ICQ-Adressen seiner Mitschülerinnen ermöglichte. Dazu kamen weiterer Leichtsinn, so Floß.

Den Mädchen schickte der Angreifer eine als Bildschirmschoner getarnte Schadsoftware, die diese zu leichtfertig öffneten, so dass der Angreifer Zugriff auf die Notebooks bekam, berichtet Floß.

In den USA hatte vor kurzem ein Fall für Aufsehen gesorgt, in dem es ebenfalls um den Missbrauch von Webcams in Schülernotebooks ging. Hier war es eine Schule, die per Webcam ins Kinderzimmer blickte .


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