Open-Source-Hardware: Entwickler verabschieden Lizenz-Vorgaben

Bislang gibt es nur eine Lizenz für die Verteilung offener Hardware. Die TAPR Open Hardware Lizenz(öffnet im neuen Fenster) deckt aber nur die Hardware ab, nicht die dazugehörige Software und die Dokumentation. Grund genug für eine Gruppe von Entwicklern, Richtlinien für alternative Lizenzen zu entwerfen.
Die neuen Richtlinien für offene Hardware (Open Source Hardware, OSHW)(öffnet im neuen Fenster) ist in einem zweiten Entwurf erschienen. Die Richtlinien sollen dafür sorgen, dass die wachsende Anzahl von Firmen, die mit Open-Source-Hardware Geld verdient, auch einen rechtlichen Rahmen für den Vertrieb ihrer Produkte erhält.
Hard- und softwarespezifische Lizenzbestimmungen
Zu den Kriterien, die Open-Source-Hardware ausmachen, gehört nach Ansicht der Entwicklergruppe eine offene Dokumentation. Sie muss verändert werden dürfen und entweder der Hardware beiliegen oder frei verfügbar sein.
Falls das Gerät entsprechende Software benötigt, um ohne Einschränkungen zu funktionieren, muss die Software beiliegen. Die Software selbst muss ebenfalls unter eine vom Open-Source-Institute (OSI) akzeptierten Lizenz gestellt werden. Alternativ muss in der Dokumentation zu dem Gerät beschrieben werden, wie eine solche Software programmiert werden kann.
Lizenzen sollten Veränderungen an der Hardware und Derivate des Originals ermöglichen und dessen Verteilung unter der gleichen Lizenz zulassen. Veränderte Hardware und Derivate müssen nach den Richtlinien hergestellt, verkauft und verteilt werden dürfen. Für Derivate sollten die gleichen Lizenzbestimmungen gelten wie für das Original.
Der ursprüngliche Entwickler muss in der Dokumentation der Derivate immer genannt werden. Zudem sollte die Lizenz garantieren, das Hardware ohne Einschränkungen auch mit anderer Hardware verwendet werden kann, die nicht der Open-Source-Hardware unterliegt. Der komplette Entwurf steht in englischer Sprache auf der Webseite des Projekts(öffnet im neuen Fenster) .
Vorbild TAPR, Creative Commons und OSI
Die Entwicklergruppe, die den neue Entwurf formuliert hat, besteht unter anderem aus Massimo Banzi, Entwickler des Arduino-Projekts und Limor Fried von Adafruit, das Hardware-Kits anbietet, etwa für MP3-Player. Ferner beteiligte sich der Anwalt Thinh Nguyen von Creative Commons an der Formulierung des Entwurfs.
Neben den Vorbildern Creative Commons(öffnet im neuen Fenster) und der TAPR Open Hardware Lizenz basiert der Entwurf auch auf den Richtlinien zu Open Source, die vom OSI(öffnet im neuen Fenster) festgelegt worden sind.