Besitzanspruch: Wem gehört Facebook?

Ein Gericht im Bezirk Allegany im US-Bundesstaat New York beschäftigt sich derzeit mit den Besitzverhältnissen von Facebook. Der US-Bürger Paul Ceglia beansprucht 84 Prozent an dem sozialen Netz , berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) .
Ceglia kaufte halbes Facebook
Ceglia begründet seinen Anspruch mit einem Vertrag, den er am 28. April 2003 mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg geschlossen hat. Danach kaufte Ceglia eine "geeignete Website für das Projekt" , das Zuckerberg bereits angestoßen habe. Das Projekt trage den Arbeitstitel The Face Book, solle "Studenten der Universität von Harvard den Zugang zu einer Website, die einem live arbeitenden Jahrbuch vergleichbar sei" , ermöglichen. Zwar habe sich der Namen des Angebots von The Facebook.com über Facebook.com zu dem heutigen Facebook Inc geändert. Doch handele es sich um ein dauerhaft betriebenes Unternehmen, erklärt der Kläger.
Ceglia zahlte 1.000 US-Dollar und erhielt dafür einen Anteil von 50 Prozent an dem Produkt. Die Website sollte am 1. Januar 2004 online gehen. Für jeden Tag, um den sich der Start verzögert, sollte Ceglia einen Anteil von 1 Prozent erhalten. Da Facebook erst am 4. Februar 2004 online ging, stünden ihm demnach weitere 34 Prozent zu, heißt es in der Klageschrift(öffnet im neuen Fenster) , der eine Kopie des Vertrages beliegt.
Kein Verkauf
Der zuständige Richter Thomas Brown hat bereits eine einstweilige Verfügung erlassen, nach der Facebook keine Anteile verkaufen darf. In einer Stellungnahme bezeichnete Facebook die Klage als "komplett unseriös" und kündigte an, energisch dagegen vorzugehen. Das Unternehmen hat beantragt, das Verfahren an ein Bundesgericht zu verweisen.
Gegen Ceglia ist ein Betrugsverfahren anhängig: Er soll von seinen Kunden Geld genommen, ihnen aber keine Waren geliefert haben. Ceglia besitzt eine Fabrik, die Holzpellets herstellt.
Facebook-Film
Am 1. Oktober 2010 soll ein Film über Facebook ins Kino kommen. The Social Network(öffnet im neuen Fenster) soll sich satirisch mit dem sozialen Netz und dessen Gründer Mark Zuckerberg auseinander setzen. Regie führt David Fincher, der unter anderem auch Fight Club und Der seltsame Fall des Benjamin Button inszeniert hat.




