Designstudie: Canons Wonder Camera mit Giga-Zoom und immer scharf
Canon hat die "Wonder Camera" auf einer Veranstaltung im Rahmen der Expo 2010(öffnet im neuen Fenster) in Schanghai vorgestellt. Konkrete technische Daten oder gar einen Erscheinungstermin gibt es nicht: Es handelt sich um eine Designstudie, auch "Concept Camera" genannt. Da Canon auch nach der Vorführung keine Details verriet, widersprechen sich die Berichte von Onlinemedien.
Zur Auflösung stellen Blogs wie Endgadget(öffnet im neuen Fenster) erst gar keine Spekulationen an, die Brennweite soll auf Kleinbildverhältnisse umgerechnet aber von einigen Millimetern bis 5.000 Millimeter reichen. Andere Quellen sprechen auch von einem "140x-Zoom".
Im australischen Onlinemagazin Gizmag(öffnet im neuen Fenster) gibt es ein langes Video von Canons Vorführung, aus dem aber auch nicht klar hervorgeht, welche der Technologien schon in dem Prototypen funktionieren. Die Dame, die die Kamera auf der Bühne präsentiert, trägt einen kleinen Rucksack mit sich, in dem einiges an Technik stecken dürfte; möglicherweise diente dieses Gerät aber auch nur für die Übertragung auf die Displays.
Der Formfaktor der Wonder Camera entspricht aktuellen Bridge-Cameras mit langen Brennweiten, sie ist geschätzt zwischen 15 und 20 Zentimeter lang. Bedient wird die Kamera über einen Touchscreen auf der Rückseite, gezoomt wird über ein Sensorfeld an der Seite des Objektivs. Die teils in Videos, teils live gezeigten Funktionen wie Aufnahme, Wiedergabe und Zoom arbeiteten stets blitzschnell.
Gesichtserkennung für Dutzende Personen
Über den gesamten Brennweitenbereich soll die Kamera stets scharfe Bilder liefern. Ob das nur durch verbesserte Optiken oder auch durch Berechnungen der digitalen Bilder funktioniert, verriet Canon nicht. Genug Rechenleistung für solche Manipulationen dürfte das Gerät haben: Live gezeigt wurde eine Erkennung des Lächelns bei Dutzenden der Zuschauer. Für diese Funktion, die für viel weniger Personen auch aktuelle Kameras schon beherrschen, ist eine komplexe Mustererkennung nötig.
Die Grenzen zwischen Fotografieren und Filmen sollen mit der Wonder Camera verschwimmen. Da auch jedes Einzelbild eines Videos gestochen scharf sein soll, könne sich der Filmer die benötigten Fotos später auch aus einem Video heraussuchen, heißt es bei Gizmag. Ob hinter diesem Versprechen Technologien wie die Omni-Fokus-Kamera stecken, die sich noch im Forschungsstadium befinden, erklärte Canon nicht.
Das ist für solche Vorführungen von Designstudien aber nicht ungewöhnlich. Hersteller von Technikprodukten, auch die Automobilindustrie beispielsweise, loten mit solchen oft realitätsfernen Konzepten aus, wie Kunden und Medien auf Ideen reagieren.