Kabelnetzbetreiber: Primacom wurde verkauft

Die Primacom Management GmbH ist heute in Berlin verkauft worden. In diesem Konzernteil ist das gesamte operative Geschäft des TV-Kabelnetzbetreibers gebündelt. Der Kreditgeber, die niederländische Bank ING, übte damit ihr Pfandrecht gegen den Hauptgesellschafter aus, die luxemburgische Escaline und andere Geldgeber. Käufer ist die Medfort F.a.r.l., eine Gruppe privater Investoren, erklärte Matthias Braun, der Sprecher des Insolvenzverwalters der Primacom AG, Golem.de. Der vorläufige Gläubigerausschuss habe dem Kaufvertrag zugestimmt. Die Vermögenswerte der Primacom seien im Wesentlichen in der Primacom Management GmbH zusammengefasst, erklärte Braun. "Der Geschäftsbetrieb geht damit weiter. Es bleibt kein Bildschirm schwarz und kein Radio bleibt stumm." Zu den finanziellen Konditionen der Übernahme wurden keine Angaben gemacht. Die zuvor angesetzte Auktion wurde kurzfristig abgesagt.
Insolvenzverwalter eingesetzt
Das Amtsgerichts Charlottenburg hat zudem heute das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Primacom AG eröffnet. Die Primacom AG ist die nichtoperative Holding-Gesellschaft des TV-Kabelnetzbetreibers. Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Hartwig Albers von der Kanzlei Brinkmann & Partner. Albers war zuvor als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt gewesen.
Primacom ist in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Mainz und Osnabrück aktiv. Das Unternehmen, dessen Führung in Mainz sitzt, hat rund 340 Millionen Euro Schulden. Die Gläubiger wollten 29 Millionen Euro von der Holding Primacom AG, die deshalb ins Insolvenzverfahren gehen musste.



