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Museumsreif: Die Welt der 16.000 Spiele

War Ludwig Erhard der erste Computerspieler Deutschlands? Die Kulturgeschichte der Games soll demnächst im Deutschen Computerspiele Museum in Berlin erlebbar sein. Golem.de war bei der Konzeptpräsentation und sprach mit Direktor Andreas Lange über seine Pläne.
/ Peter Steinlechner
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Der Politiker Ludwig Erhard gilt als Vater des Wirtschaftswunders, aber kaum jemand weiß, dass er am 6. Oktober 1951 auch als einer der ersten deutschen Computerspieler in die Geschichte eingegangen ist. Gemeinsam mit Konrad Adenauer eröffnete er damals eine Berliner Industrieausstellung. Dabei durfte der Bundeswirtschaftsminister gegen den aus 480 Vakuumröhren bestehenden Spezialcomputer "Nimrod" antreten – der jede Partie gewann. Das und deutlich mehr wird der Besucher ab Ende 2010 im Deutschen Computerspiele Museum(öffnet im neuen Fenster) über die Geschichte der Games erfahren können.

Computerspiele Museum Berlin – Vorstellung
Computerspiele Museum Berlin – Vorstellung (02:11)

Jetzt hat das Museum, das sich in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes befindet, sein Konzept vorgestellt. Geschichte spielt eine große Rolle, denn damit soll es eine seiner zentralen Aufgaben erfüllen: "Wir wollen das Verständnis für Computerspiele vertiefen" , sagte Direktor Andreas Lange. Rund 16.000 Computerspiele befinden sich in seinem Archiv, dazu so gut wie alle Hardwaresysteme, die jemals in Europa vertrieben wurden – von der legendären Brown Box, der 1972 vorgestellten ersten Konsole von Magnavox, über zahlreiche teils sehr seltene Exponate etwa von Atari bis hin zu moderneren Geräten von Nintendo oder Sony.

Das Computerspiele Museum existiert seit 1997, mit einem festen Standort war es nie gesegnet. Das soll sich nun ändern: Das Konzept sieht eine Dauerausstellung mit zahlreichen interaktiven Elementen vor – die Besucher werden also auch selbst ausprobieren können, wie sich historische Spiele anfühlen. Nebenbei sollen sie auf unterhaltsame Art über Themen wie Spielesucht und Jugendschutz informiert werden. Das Computerspiele Museum ist bereits jetzt in Initiativen eingebunden, die Strategien zur Bewahrung digitaler Inhalte entwickeln wollen, darunter das von der Europäischen Union geförderte Forschungsprojekt Keeping Emulation Environments Portable (Keep). Zusammen mit den Nationalbibliotheken von Frankreich, England und Deutschland ist es die Bewahrungsinstitution innerhalb des Projekts.


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