Videocodec: FFmpeg entwickelt eigenen VP8-Decoder
Die Existenz mehrerer unterschiedlicher Implementierungen helfe einem Codec, schneller zu reifen, schreibt FFmpeg-Entwickler Ronald Bultje in einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster). Darüber hinaus biete eine eigene VP8-Implementierung weitere Vorteile: Beispielsweise kann Code älterer VPx-Codecs wiederverwendet werden, da sich einige Teile sehr ähneln. Das bedeutet, dass künftige Mediaplayer auf Basis von FFmpeg kleiner ausfallen und schneller arbeiten. Ähnliches gilt für H.264, denn VP8 sei dem Industriestandard sehr ähnlich. So könne auch hier Code wiederverwendet werden.
Darüber hinaus glauben die FFmpeg-Entwickler, sie können einen schnelleren Decoder schreiben als die Entwickler von On2 beziehungsweise Google. Das hätten sie bereits mit ihren Theora- und Vorbis-Codecs bewiesen, die schneller seien als die Originalsoftware von Xiph. Möglich werde dies eben durch die Wiederverwendung von Codeteilen anderer Codecs, schließlich müsse FFmpeg nicht für jeden Codec das Rad neu erfinden, was beim Ansatz von Googles eigener Bibliothek hingegen der Fall sei.
Eine erste Version eines solchen VP8-Decoders haben die FFmpeg-Entwickler bereits fertiggestellt. Die Datei vp8.c umfasst dabei gerade einmal 1.400 Codezeilen samt Whitespacezeichen, Kommentaren und Headern zuzüglich 450 Zeilen für DSP-Funktionen, um den Codec per SIMD zu beschleunigen. Dabei soll der Decoder sämtliche Tests der Vektortestsuite bestehen und exakt den gleichen Binären Output liefern wie Google Bibliothek.
Mit weiteren Optimierungen soll der Decoder beschleunigt werden, um Googles Version letztendlich zu schlagen. Dies sei vor allem für die Wiedergabe auf mobilen Endgeräten von Bedeutung, so Bultje.
Der FFmpeg-Entwickler merkt zudem an, dass Googles VP8-Spezifikation unzureichend sei. Spezifiziert sei nur das Baseline-Profil, für andere Profile fehlen entsprechende Angaben. Daher sei es oft einfach, in den Quelltext von Googles libvpx zu gucken, um herauszufinden, wie der Codec arbeitet.
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