Conflict Minerals: Proteste in den USA gegen Rohstoffe aus Krisengebieten
In seiner jüngsten Kolumne(öffnet im neuen Fenster) für die New York Times weist Nicholas Kristof(öffnet im neuen Fenster) auf das Problem der Rohstoffe aus Krisengebieten hin. Kristof wurde zweimal mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und berichtet regelmäßig von Konflikten, auch aus dem Kongo. Einer der Aspekte der dortigen Auseinandersetzungen zwischen mehreren Parteien ist das Bergbaugeschäft. Nicht nur um Schürfrechte gibt es Kämpfe, auch um die Kontrolle von Minen, wo Arbeiter oft unter menschenunwürdigen Bedingungen tätig sein müssen.
Kongo ist reich an Vorkommen der seltenen Bodenschätze Gold, Tantal, Wolfram und Zinn – all das braucht auch die Elektronikbranche für ihre Geräte. Vor allem die Tantal-Reserven des zentralafrikanischen Landes sollen zu den größten der Welt gehören. Laut einer Untersuchung der US-Behörde USGS sollen noch 2007 Australien und Brasilien zu den größten Tantal-Exporteuren gehören, Kongo taucht in der Liste der "United States Geological Survey" ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ) gar nicht auf. Tantal ist vor allem aus mobilen Geräten nicht wegzudenken, weil sich daraus sehr kleine und effiziente Kondensatoren bauen lassen.
Woher kommt das Tantal im iPhone?
Da iPhone und Co. durch neue Modelle gerade wieder einen Boom erleben, fragt Kristof, in wie vielen der Geräte wohl mit Blut behaftetes Tantal stecken könnte – oder ein anderer Bodenschatz Kongos. Die Antwort fällt nicht immer leicht. Auf Proteste der Menschenrechtsgruppe Raise Hope for Congo(öffnet im neuen Fenster) , die auf Youtube derzeit Apples Werbespots parodiert(öffnet im neuen Fenster) , hat nun auch Steve Jobs reagiert.
Ein Leser von Wired.com schrieb eine E-Mail an den Apple-CEO. Solche Anfragen beantwortet Jobs – oder sein Büro – bisweilen in kurzen Mitteilungen direkt. Jobs bezeichnet die Frage nach den Rohstoffen aus Krisengebieten als " sehr schwieriges Problem(öffnet im neuen Fenster) " . Zwar verlange Apple von jedem seiner Zulieferer, die Verwendung von solchen Materialien schriftlich auszuschließen. Aber auch diese Unternehmen könnten nie ganz sicher sein, weil sich die Herkunft der Mineralien chemisch nicht zweifelsfrei nachweisen lasse.
Auch andere IT-Unternehmen stehen deswegen von Menschenrechtsorganisationen und Friedensaktivisten in den USA unter Druck. Intel hatte wegen vieler Anfragen zur Herkunft seiner Rohstoffe sogar kürzlich die Kommentarfunktion auf seinen Facebook-Seiten abgeschaltet.
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