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Ölkatastrophe: Facebook nahm Boycott BP vom Netz (Update)

Facebook hat in den USA die Fanseite Boycott BP ohne Begründung offline geschaltet. Die Seite hat über 732.500 Fans und ist nach Protesten inzwischen wieder erreichbar.
/ Achim Sawall
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Logo der Protestseite bei Facebook
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Facebook hat die Fanseite Boycott BP(öffnet im neuen Fenster) mehrere Stunden lang offline geschaltet. Das Facebook-Angebot von Lee Perkins, das zum Boykott des britischen Erdöl- und Erdgaskonzerns BP aufruft, war längere Zeit nicht mehr erreichbar. Die Seite hat mehr als 732.500 Fans.

Perkins sagte nach der Stilllegung der Seite: "Ich kann nicht glauben, dass sie uns ohne jede Erklärung abgeschaltet haben. Ich konnte mich von meinen Freunden nicht einmal verabschieden. Wir haben offensichtlich etwas richtig gemacht." Perkins wandte sich nach der Abschaltung an die Medien und startete sofort eine neue "Boycott BP"-Seite. Bei dem US-Fernsehsender CNN(öffnet im neuen Fenster) gab es einen Bericht über die Stilllegung von Boycott BP durch Facebook. Inzwischen ist die Seite wieder online.

Weltweit tauschen Menschen auf der Plattform Boycott BP Videos, Meinungen und Berichte zu der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko aus, wo nach der Explosion auf der BP-Ölförderplattform Deepwater Horizon am 20. April 2010 täglich zwischen 800.000 und 15.000.000 Liter Öl austreten. Kritiker merken an, dass ein Boykott als Protest wenig sinnvoll sei, weil alle Mineralölkonzerne bereits Umweltkatastrophen verschuldet hätten.

Von Facebook wurde eine Anfrage von Golem.de bislang nicht beantwortet. Facebook Deutschland verwies darauf, dass die Seite wieder online sei.

Perkins hatte Boycott BP gestartet, nachdem er die Nachrichten zu der Ölkatastrophe gesehen hatte. Er sei vorher nicht in der Umweltbewegung aktiv gewesen, sagte er dem Sender ABC. Die Boykottaufrufe zeigten Wirkung, BP-Tankstellen hätten in den USA oft keine Kunden mehr. Perkins: "Es funktioniert wirklich. Es ist ganz erstaunlich." BP habe sich bislang nicht zu der Protestaktion geäußert, erklärte er. Perkins forderte entschiedene Maßnahmen zum Stopp der Umweltkatastrophe und Hilfen für die betroffenen Fischer.

Nachtrag vom 29. Juni 2010, 18:50 Uhr:

Ein Facebook-Sprecher sagte Golem. de, dass die Abschaltung ein Versehen gewesen sei: "Das Admin-Profil der Boycott-BP-Seite wurde durch einen Fehler von unseren automatischen Systemen abgeschaltet, was eine Löschung aller Inhalte verursachte. Nachdem wir uns das angesehen haben und sicher waren, dass das Profil durch einen Fehler entfernt wurde, ist es nun zusammen mit der Seite wiederhergestellt."


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