Domainumleitung

Google auf der Suche nach dem chinesischen Kompromiss

Monatelang hat Google seine chinesischen Nutzer automatisch auf sein Angebot in Hongkong weitergeleitet. Jetzt haben die Behörden in Peking Google unter Druck gesetzt: Sie wollten die morgen auslaufende Geschäftslizenz nicht mehr verlängern, wenn die Umleitung bestehen bleibt. Google hat deshalb die Umleitung durch einen Link nach Hongkong ersetzt.

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Domainumleitung: Google auf der Suche nach dem chinesischen Kompromiss

Google wird künftig seine chinesischen Nutzer nicht mehr automatisch auf seine Suchmaschine in Hongkong umleiten. Wegen der Umleitung drohen die chinesischen Behörden, Google die Geschäftslizenz nicht zu verlängern. Google hat deshalb eine chinesische Seite aufgesetzt, die aus einem bloßen Link zu der Hongkonger Seite besteht, schreibt Googles Justiziar David Drummond im Google-Blog.

Umleitung nach Hongkong

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Nach dem Streit mit der chinesischen Regierung Anfang des Jahres und der Schließung seines chinesischen Angebotes Google.cn hatte Google die Nutzer auf sein Angebot in Hongkong, Google.com.hk, umgeleitet. Damit hatte sich das Unternehmen aber bereits den Unmut der Behörden zugezogen. Die drohten schließlich damit, die am 30. Juni 2010 auslaufende Geschäftslizenz für Internetanbieter nicht mehr zu verlängern. Das wäre das Aus für Googles Geschäftsaktivitäten in China gewesen.

Deshalb hat Google seine chinesische Seite umgestaltet: Sie wurde zu einer Sprungseite umfunktioniert, auf der die Nutzer einen Link zum Hongkonger Angebot finden. Dort können sie "im Web suchen oder weiterhin Dienste von Google.cn wie Musik oder Übersetzungen nutzen, die wir lokal und ohne Filterung anbieten", schreibt Drummond. Die automatische Weiterleitung auf das Hongkonger Angebot soll in den kommenden Tagen abgeschaltet werden.

Keine Zensur nach Hack

Nachdem im Januar 2010 mutmaßlich chinesische Eindringlinge gezielt die Postfächer chinesischer Dissidenten bei Google Mail gehackt hatten, hatte Google angekündigt, sich nicht mehr den Zensurvorgaben der Behörden in Peking beugen zu wollen. Nach längeren, fruchtlosen Verhandlungen wurde die chinesische Suchmaschine Google.cn schließlich geschlossen. Das Unternehmen hatte aber betont, dass es auch weiterhin Geschäfte in China machen wolle - nur eben nicht mehr unter der Bedingung der Zensur. Dem ist offensichtlich die neue Gestaltung des chinesischen Angebotes geschuldet.

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