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Chiptechnik

Russische Sistema greift erneut nach Infineon

Bundeskanzlerin Angela Merkel soll zugesichert haben, der russischen Sistema bei Gesprächen mit Infineon zu helfen. Der deutsche Chiphersteller wehrt sich jedoch gegen einen Einstieg des Mischkonzerns, der ein Anteilspaket von 29 Prozent kaufen will.

Artikel veröffentlicht am ,
Sistema-Topmanagement bei einer Pressekonferenz
Sistema-Topmanagement bei einer Pressekonferenz

Russlands Mischkonzern Sistema unternimmt einen neuen Versuch, Großaktionär bei Infineon zu werden. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, haben Russlands Präsident Dmitri Medwedew und der russische Premierminister Wladimir Putin darüber mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen. Das Kanzleramt habe auf deren Drängen positiv reagiert und zugesichert, zwischen Infineon und Sistema zu vermitteln. Merkels einflussreicher Berater Jens Weidmann soll nun mit Infineon reden. Es solle jedoch kein Druck aufgebaut werden, hieß es weiter. Auch die russische Presse berichtet über die Meldung der Financial Times Deutschland - ohne eigene Quellen zu nennen.

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Infineon wehrt sich gegen einen Einstieg von Sistema, das mit 29 Prozent Großaktionär bei dem deutschen Konzern werden will. "Es ist der Wunsch Putins, an unsere Technologie zu kommen", zitiert die Financial Times Deutschland einen Infineon-Manager. Sistema wolle die Regierung mit Chips für Pässe und Verschlüsselungstechnik versorgen. Ein Einstieg Sistemas bedeute ein Sicherheitsrisiko für den Hersteller. Aus dem Aufsichtsrat hieß es: "Ein Einstieg von Sistema kann nicht im Interesse von Infineon sein. Das schränkt jede Expansionsmöglichkeiten im Westen ein."

Sistema versucht bereits zum zweiten Mal, einen Teil von Infineon zu übernehmen. Im Mai 2008 hatte Firmenchef Alexander Gontscharuk erklärt, dass der Bereich Forschung und Entwicklung Infineon zu einem "sehr interessanten Ziel" mache. Zuvor hatte Sistema versucht, im November 2006 ein Aktienpaket der Deutschen Telekom zu übernehmen. Als der DRAM-Hersteller Qimonda von Infineon in die Insolvenz geschickt wurde, hatten russische Firmen Interesse an einer Beteiligung gezeigt. Bei den Verhandlungen im März 2009 kam es jedoch zu keinem Abschluss.

Die Sistema-Holding gehört mehrheitlich Wladimir Jewtuschenko, einem der reichsten Männer Russlands. Der russische Großkonzern engagiert sich in den Bereichen Telekommunikation, Mikroelektronik, Versicherungen, Banking, Bau, Einzelhandel, Medien und Öl.



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johnmcwho 28. Jun 2010

Man dann gliedert doch den Sicherheitsrelevanten Bereich aus verkauft die Anteile an die...

PlasticBertrand 28. Jun 2010

Jaja, der Staatsfeind Nummer 1 steht in unserem Land der Regierung vor ! Was für ein...

KKKOK 28. Jun 2010

Medwed / russland wollen ein russisches Silikon Valley, die übernahme soll nur dazu...

bla 28. Jun 2010

Es gab doch erst letztens eine News, wo Intel Interesse an der Handysparte von Infineon...


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