Leutheusser-Schnarrenberger: Deutsche Datenschützer sollen Apple überprüfen

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat Apple wegen der Aufzeichnung der Angaben zum geografischen Aufenthaltsort der iPhone- und iPad-Nutzer kritisiert. Apple müsse unverzüglich die Speicherdauer offenlegen und erklären, welche Nutzerdaten das Unternehmen genau erfasse und was der Verwendungszweck sei, sagte sie dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) . "Den Nutzern von iPhones und anderen GPS-fähigen Geräten muss klar sein, welche Informationen über sie gesammelt werden." Eine Erstellung von Persönlichkeits- oder Bewegungsprofilen sei "undenkbar" .
Leutheusser-Schnarrenberger sagte weiter: "Hier sehe ich Apple in der Bringschuld, die von Steve Jobs vielbeschworene Transparenz auch tatsächlich umzusetzen. Ich erwarte, dass Apple deutschen Datenschützern Einblick in ihre Datenbanken gewährt."
In Apples neuen Datenschutzbestimmungen ist ausgeführt, dass genaue Angaben zum geografischen Aufenthaltsort von iPhone- und iPad-Nutzern erhoben werden, wenn die Nutzer dem zustimmen. Das Einverständnis zu der Datensammlung ist aber Voraussetzung für Downloads im iTunes Store. Nach Angaben von Apple würden die Daten anonym erhoben und seien nicht personalisiert. Wie die Los Angeles Times berichtete, ist die Identifikation von Einzelpersonen über Verhaltensmuster jedoch sehr wohl möglich. Apple macht keine Angaben dazu, wie lange die Nutzerdaten aufbewahrt werden und mit welchen Werbepartnern der Konzern die Informationen möglicherweise teilt.
Apple startete auch sein Netzwerk für mobile Werbung iAd. Apple-Kunden bekommen hier die Möglichkeit eingeräumt, die Auslieferung von personalisierter Werbung auf ihre Endgeräte abzulehnen. Die Werbung komplett abzuwählen, ist jedoch nicht möglich.