Sex im Internet: Icann akzeptiert .xxx-Domain
Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann) hat den Antrag auf Einführung der generischen Top Level Domains (generic Top Level Domain, gTLD) .xxx angenommen. Das gab die Organisation auf ihrem 38. Treffen(öffnet im neuen Fenster) , das heute in Brüssel zu Ende gegangen ist, bekannt.
Querelen um Sex-Domain
Unter der umstrittenen Domain sollen Porno-Angebote registriert werden. Erstmals war eine Top Level Domain für die Sexangebote im Jahr 2000 vorgeschlagen worden. 2004 hatte das US-Unternehmen ICM Registry einen Antrag auf Einführung der Domain gestellt, den die Icann 2005 auch annahm . 2007 lehnte sie die Domain jedoch ab – nicht zuletzt auf Druck der konservativen US-Regierung .
Die Icann begründete ihre Ablehnung, der Antrag habe nicht den Sponsored-Community-Kriterien entsprochen und der Antragsteller habe die Bedenken wegen anstößiger Inhalte nicht entkräften können. Die Icann revidierte diese Entscheidung nun mit der Begründung, sie habe den Antrag seinerzeit nicht angemessen behandelt.
Antrag schnell bearbeiten
Damit sei die Domain aber noch "nicht angenommen und auf dem Weg" , stellte Peter Dengate Thrush, Vorsitzender des Icann-Direktoriums, auf der Abschlusspressekonferenz am Freitagnachmittag klar. Noch müssten Vertragsverhandlungen mit ICM Registry geführt werden. Das Direktorium sagte zu, den Antrag auf Einführung der Domain schnell zu bearbeiten.
ICM Registry begrüßte die Entscheidung. "Das hat lange auf sich warten lassen. Aber ich freue mich, dass .xxx bald Wirklichkeit wird. Das ist eine tolle Nachricht" , frohlockte ICM-Chef Stuart Lawley. Er geht davon aus, dass die neue gTLD bereits Anfang kommenden Jahres zur Verfügung stehen wird. Dem Unternehmen lägen bereits 110.000 Voranmeldungen auf .xxx-Domains vor.
Länderdomains werden chinesisch
Außerdem gab die Icann in Brüssel bekannt, dass in Kürze Länderdomains (Country Code Top Level Domain, ccTLD) in chinesischen Schriftzeichen zur Verfügung stehen werden. Die Registrierungsstellen von China, Hongkong und Taiwan werden Anträge entgegennehmen. Das sei ein wichtiger Schritt für chinesischsprachige Nutzer auf der ganzen Welt, erklärte Icann-Chef Rod Beckstrom. "Jeder fünfte Erdbewohner spricht Chinesisch. Das bedeutet, dass wir damit einer Milliarde Menschen den Zugang zum Internet erleichtern" .
Die Icann hatte die Einführung der internationalisierten Domainnamen (Internationalized Domain Name, IDN) im Herbst 2009 beschlossen. Im Mai 2010 hatten mehrere arabischsprachige Länder die ersten IDN eingeführt .
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