Linden Labs: Managementkarussell bei Second Life

Für Mark Kingdon heißt es "Game Over": Der seit rund zwei Jahren amtierende Chief Executive Officer bei Linden Labs, dem aus San Francisco stammenden Betreiber der Onlinewelt Second Life , verliert seinen Job. Kingdon schien fest im Sattel zu sitzen, nachdem er Mitte Juni 2010 einen weitreichenden Restrukturierungsplan durchgesetzt hatte – als dessen Folge rund ein Drittel der Belegschaft die Kündigung bekam. Kingdons wichtigste weitere Vorhaben waren die Entwicklung eines browserbasierten Zugangs zu Second Life und dessen stärkere Anbindung an soziale Netzwerke.

Der neue Chef ist der alte: Philip Rosedale nimmt interimsmäßig den Posten des Chief Executive Officers ein. Er ist Gründer und war bis vor zwei Jahren selbst Chef von Linden Labs, seitdem hat er in der Funktion des Vorstandschefs gearbeitet und war damit eher für die allgemeinere strategische Ausrichtung des Unternehmens zuständig. Rosedale will den Fokus nun stärker darauf richten, Second Life einfacher bedienbar zu machen und der virtuellen Welt mehr Spaß und Abenteuer einzuhauchen.
Second Life war 2003 an den Start gegangen. Massenmedien lobten es schnell als Vorzeigebeispiel für virtuelle Welten. Seitdem tut sich der Titel trotz weiterhin hoher Mitgliederzahlen schwer, eine klare und gut vermarktbare Positionierung zwischen Computerspiel und Paralleluniversum zu finden.