Street View: US-Bundesstaaten ermitteln gegen Google
Wie in Europa ermitteln jetzt auch mehrere US-Bundesstaaten gegen Google, weil Fotofahrzeuge des Unternehmens auf ihren Fahrten Daten aus WLANs mitschnitten. Die Untersuchung, an der sich eine Vielzahl der US-Bundesstaaten beteiligen, führt Richard Blumenthal, Generalstaatsanwalt des Neuenglandstaates Connecticut.
Programmierfehler
Im April 2010 war bekanntgeworden, dass Googles Fotofahrzeuge auf ihren Fahrten WLANs erfasst und dabei Daten aus offenen WLANs mitgeschnitten hatten. Darunter waren auch vertrauliche Daten wie Passwörter zu E-Mail-Konten. Nach Bekanntwerden hatte Google die Fahrten sofort gestoppt. Es habe sich um ein Versehen gehandelt, das auf einen Programmierfehler zurückgehe. Chef Eric Schmidt kündigte Anfang Juni 2010 an, das Unternehmen werde selbst daran mitarbeiten, die Angelegenheit aufzuklären.

In Europa ermitteln bereits Datenschützer und Strafverfolger in mehreren Ländern, darunter auch in Deutschland . Ende vergangener Woche hatten auch mehrere US-Bundesstaaten angekündigt, sich mit der WLAN-Datensammlung beschäftigen zu wollen. Inzwischen ist deren Zahl auf rund 30 angewachsen. Blumenthal erwartet, dass sich weitere anschließen.
Fragenkatalog an Google
Blumenthal hat Google nach eigenen Angaben bereits einen Fragenkatalog zugestellt und das Unternehmen aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Der Generalstaatsanwalt aus Connecticut will unter anderem wissen, wie es dazu kommen konnte, dass nichtautorisierter Programmcode eingesetzt wurde und wer dafür verantwortlich ist. Schließlich soll Google darüber Auskunft geben, welche Daten aufgezeichnet wurden und weshalb Daten gespeichert wurden, von denen das Unternehmen sagte, sie seien versehentlich erfasst worden. Er hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit Google, sagte Blumenthal. Bisher hätten die Antworten des Unternehmens mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet.
"Street View darf nicht Complete View bedeuten, also in heimische und Geschäftscomputer einzudringen und persönliche und Kommunikationsdaten herauszusaugen", kritisierte Blumenthal. Seine Behörde wolle deshalb "Googles zutiefst beunruhigenden Eingriff in die Privatsphäre" aufklären. Die Nutzer hätten ein Anrecht und das Bedürfnis, zu erfahren, welche Daten Google möglicherweise aufzeichnet habe, wie und warum es dazu gekommen sei. Blumenthal wollte auch politische Konsequenzen nicht ausschließen, berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster). "Es könnte nötig sein, Bundes- wie Staatsgesetze zu verbessern und zu verschärfen."
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