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F1 2010 angespielt: "Schumi war schuld"

E3
Codemasters hat ambitionierte Ziele für sein erstes Formel-1-Rennspiel. F1 2010 soll nicht nur die beste F1-Rennsimulation werden, sondern es soll auch das Leben eines Fahrers in der Königsklasse des Rennsports simulieren. Ihre Vision erklärten die Entwickler Golem.de in Los Angeles.
/ Michael Wieczorek
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Spieler werden in F1 2010 nach und vor den Rennen Interviews geben müssen: zu sich und ihrer Rennsituation. Schuldzuweisungen an andere Fahrer nach Unfällen sind somit ebenso möglich wie Prahlereien, wie dominant der eigene Rennstall doch ist. Wer schon immer mal Schumi die Schuld in die Schuhe schieben wollte, kommt hier ganz auf seine Kosten.

Auch sonst muss der Spieler oft entscheiden, wie er sich verhalten will: auf dem Podium als Sieger, im Cockpit gegenüber seinem Boss oder gegenüber seinem Teamkameraden. F1 2010 wird also nicht nur eine Rennsimulation, sondern auch ein kleines Rollenspiel.

F1 2010 – Eindrücke von der E3 2010
F1 2010 – Eindrücke von der E3 2010 (02:29)

Aber Vorsicht: Wer zu oft angibt, motzt und lästert, wird es schwer haben, einen guten Vertrag bei einem Rennstall für die nächste Saison zu kriegen. Außerdem werden auch die Fahrer auf der Strecke zurückschlagen. Es ist also vielleicht klüger, sich mit ein paar freundlichen Worten nach der Siegerehrung Freunde zu machen. Die denken dann in der nächsten Haarnadelkurve nach und riskieren keinen Crash.

Eine Karriere in F1 2010 dauert maximal sieben Saisons – genug Zeit also, um sich beispielsweise von einem dürftigen Rennstall wie Lotus zu Mercedes nach oben zu arbeiten. Durch permanentes Feedback aus dem eigenen Team und situationsabhängige Ziele pro Rennen ist aber auch das Absolvieren einer mittelmäßigen Saison aufregend und befriedigend.

Realismus auf der Strecke

Auf der Rennstrecke wird viel Liebe zum Detail geboten. F1 nutzt die gleiche Grafikengine wie Dirt und Grid: die Ego-Engine. Sie rendert flüssige Rennaction und alle internationalen Austragungsorte der Formel 1 auf die Monitore. Besonders beeindruckend ist das dynamische Wettersystem. Regen verteilt sich realistisch in Pfützen auf der Strecke. Auf der Ideallinie trocknet der Asphalt schneller, sobald die Sonne wieder herauskommt. Auch Staub und Hitze haben realistische Auswirkungen auf Reifen und den restlichen Zustand der Boliden.

F1 2010 – Codemasters erklärt das Wettersystem
F1 2010 – Codemasters erklärt das Wettersystem (02:31)

Die Steuerung lässt sich von arcadig bis simulationslastig auf die eigenen Vorlieben einstellen. Einen unrealistischen Rennverlauf wie in Sonys früheren Formel-1-Spielen will Codemasters auf jeden Fall verhindern. Es soll nicht möglich sein, in der ersten Kurve von Platz 17 auf 3 vorzupreschen, einen Kontrahenten aus der Bahn zu rammen und dann seelenruhig das Rennen zu Ende zu fahren. In der E3-Demo wird noch kein Schaden simuliert, im fertigen Spiel soll das jedoch aktivierbar sein.

F1 2010 soll am 25. September 2010 für PC, Xbox 360 und Playstation 3 erscheinen. Die PC-Fassung wird die gleichen Vorteile wie Dirt 2 bieten: PC-Lenkräder, DirectX-11-Unterstützung, schnellere Ladezeiten und eine höhere Auflösung. Die Modszene will Codemasters aber noch nicht unterstützen. Die F1-Lizenz liegt noch ein weiteres Jahr bei dem Publisher. Für einen möglichen zweiten Teil wollen die Entwickler neu darüber entscheiden, ob ein Editor sinnvoll ist.


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