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Nintendo 3DS ausprobiert: Räumliche Tiefe für unterwegs

E3
Auch ohne spezielle Brille zaubert der 3DS von Nintendo stereoskopisches 3D in erstaunlich guter Qualität auf den Bildschirm. Golem.de hat das Gerät in der Hand gehalten und ausprobiert, wie gut der räumliche Effekt funktioniert. Details zeigt das Video.
/ Peter Steinlechner
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Der ist aber leicht: Das ist der erste Eindruck, wenn man den neuen 3DS von Nintendo in der Hand hält – das Gerät wiegt deutlich weniger als die derzeit erhältlichen Handhelds des Unternehmens. Dann fallen die stärker leuchtenden, sehr satten Farben der Bildschirme auf. Und natürlich der stereoskopische 3D-Effekt, der auf dem 3DS ohne Brille funktioniert: Das wirkt so, als ob hinter dem Display noch ein paar Extrazentimeter an Tiefe vorhanden sind, in denen die Action der Spiele passiert. Nintendo hat auf der E3 ein paar Demos gezeigt, in denen unter anderem Pikmin und Bowser sowie ein paar Impressionen aus Kid Icarus zu sehen waren. Wie sich der Bauch von Bowser mit dem neuen Analogstick scheinbar räumlich drehen lässt, wirkt schlicht imposant.

Nintendo stellt den Nintendo 3DS auf der E3 2010 vor
Nintendo stellt den Nintendo 3DS auf der E3 2010 vor (07:17)

Allerdings muss der Spieler dazu das Display im korrekten Winkel betrachten. Wer von oben oder von der Seite darauf sieht, hat den gleichen verwaschenen Eindruck wie bei einem 3D-Film ohne Spezialbrille. Der räumliche Effekt lässt sich mit einem seitlich angebrachten Schieberegler stufenlos regulieren und ganz abstellen. Mit dem klassischen 2D-Bild können auch wieder Freunde, die dem Spieler über die Schulter gucken, problemlos alles erkennen.

Stereoskopie ist lediglich auf dem oberen Bildschirm möglich, der eine Diagonale von 3,53 Zoll und eine Auflösung von 800 x 240 Pixeln bietet – 400 x 240 für jedes Auge. Nintendo hat sich zu dem Thema nicht weiter geäußert, aber wahrscheinlich steuert Sharp die Technik bei, die in Japan bereits in einigen Mobiltelefonen eingesetzt wird. Der untere Bildschirm dient wie beim klassischen DS als Touchpad, er bietet 320 x 240 Pixel auf 3 Zoll. Außerdem verfügt der 3DS über ein Gyroskop und einen Beschleunigungssensor sowie über eine neue, immer sichtbare Leiste mit hervorgehobenen Knöpfen, auf denen "Home", "Select" und "Start" steht.

Der 3DS kann auch dreidimensionale Bilder aufnehmen: Dazu besitzt die Außenseite des Deckels zwei Kameralinsen, die beim Ausprobieren vor Ort stereoskopische Fotos von brauchbarer Qualität lieferten. Außerdem hat das Handheld eine Kamera direkt über dem großen 3D-Display; alle Kameras arbeiten mit der Auflösung 640 x 480 Pixel.

Mario Kart künftig in 3D

Neu ist ein analoges Pad – Nintendo nannte es "Senso Pad" – links neben dem Touchscreen, das sich bei den Prototypen auf der E3 schon recht gut und griffig anfühlte. Beim Steuerkreuz darunter fiel auf, dass es sensibel und mit klarem Druckpunkt auf Eingaben reagierte.

Kid Icarus Uprising – Trailer von der E3 2010
Kid Icarus Uprising – Trailer von der E3 2010 (02:05)

Nintendo kündigt eine ganze Reihe von Spielen aus eigener Produktion an, aber auch von Drittherstellern. Wichtigster Launchtitel wird Kid Icarus Uprising, dazu kommt 3D Nintendogs & Cats. Später wird es ebenso ein Mario Kart 3D geben wie ein Metal Gear Solid, an dem Konami arbeitet. Und noch etwas hat Nintendo angekündigt: Zusammen mit Hollywoodstudios sollen dreidimensionale Filme speziell für den 3DS erscheinen.

Der 3DS verwendet Speicherkarten, auf die 2 GByte an Daten passen; er soll abwärtskompatibel zu DS und DSi sein. Interessant erscheint das neue Onlinekonzept, über das Nintendo aber noch nicht alle Details verraten hat: Offenbar soll sich der Handheld bei jeder sich bietenden Gelegenheit – das kann ein Hotspot sein oder ein anderer, funkbereiter 3DS in Reichweite – sofort ein paar Happen an Daten saugen, bis alle Bits und Bytes etwa eines neuen Levels, einer Erweiterung oder einer Spieler-Bestenliste beisammen sind.

Über den Preis des 3DS und den Erscheinungstermin hat sich Nintendo noch nicht abschließend geäußert. Es ist aber damit zu rechnen, dass das Handheld nicht mehr als 200 Euro kostet. Möglicherweise kommt es noch vor Jahresende 2010 in Japan auf den Markt – und im Rest der Welt im Frühjahr 2011. Ähnlich hatte es Nintendo zuletzt bei Neuveröffentlichungen von DSi und XL gehandhabt.


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