Interview: VP8 ist genauso gut wie H.264

Chris DiBona hat die jüngst geäußerte Kritik des H.264-Entwicklers Jason Garrett-Glaser am Codec VP8 im Interview mit Golem.de als nicht nachvollziehbar zurückgewiesen. Beide Codecs hätten Stärken und Schwächen. Google werde aber auch weiter an VP8 arbeiten, um den Codec zu verbessern, sagte DiBona am Rande des Linuxtags 2010 .

VP8 sei in vielen Bereichen leistungsfähiger als H.264, so DiBona, Messungen von Google hätten das ergeben. Bei der Bewertung eines Codecs spielten auch der codierte Inhalt und die Bandbreite eine wesentliche Rolle. Die Bereiche, in denen der H.264-Codec besser sei, seien unerheblich.
Google werde den optimierten Code auch veröffentlichen, versprach DiBona. Letztendlich sei die Qualität von VP8 gut, sowohl bei der Bildqualität als auch beim Bandbreitenverbrauch.
Patentfreier Codec fürs Web
DiBona betonte, wie wichtig es sei, einen patentfreien und quelloffenen Codec zur Verfügung zu haben. Mit kostenpflichtigen Codecs verdiene die MPEG LA an jedem Gerät mit. Benutzer, die Videoinhalte im Internet veröffentlichen, könnten nie sicher sein, ob sie damit nicht gegen Lizenzbestimmungen verstoßen. In erster Linie habe Google damals den Codec für das Android-Betriebssystem erworben.

Damit Herstellern ohne Sorge um Lizenzgebühren ein multimediafähiges Betriebssystem zur Verfügung steht, habe Google den Codec unter eine BSD-Lizenz gestellt und eine eigene Patentlizenz hinzugefügt. Die erste Fassung der Patentlizenz , die besagte, dass sowohl Copyright als auch Patentrechte im Falle einer Patentklage sofort erlöschen, sei aber mit der GPL und der Apache-Lizenz inkompatibel, so DiBona.
Deshalb sei nachgebessert worden, die Copyright-Klausel wurde aus der Patentlizenz entfernt. Im Falle einer Klage bleibt das Copyright bestehen, lediglich die Patentlizenz erlischt.



