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Aerovironment: Minidrohnen für den mobilen Einsatz

Sie sind zwar nicht so eindrucksvoll wie ein Predator oder ein Global Hawk. Dafür erfordert der Einsatz von Wasp, Raven und Puma weniger Aufwand: Drohne und Bodenstation passen in einen Rucksack und sind in wenigen Minuten einsatzbereit. Der Hersteller bietet für die Drohnen auch eine zivile Ausstattung an.
/ Werner Pluta
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Auf den ersten Blick erinnern Wasp, Raven und Puma eher an Modellflugzeuge. Doch die drei sind Drohnen – wenn auch viel kleiner als die unbemannten Flugzeuge Predator oder Global Hawk. Gebaut werden sie vom US-Technologieunternehmen Aerovironment(öffnet im neuen Fenster), das sich auf den Nischenmarkt Klein- und Kleinstdrohnen spezialisiert hat, erzählt Peter Austermann, der für das internationale Geschäft des Unternehmens verantwortlich ist, im Gespräch mit Golem.de. Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung(öffnet im neuen Fenster) (ILA) präsentiert Aerovironment seine Drohnen.

Wespe, Rabe und Puma

Die kleinste, Wasp genannt, hat eine Spannweite von nur 72 cm. Sie ist 38 cm lang und wiegt 430 g. Raven ist mit einer Spannweite von 1,4 m, einer Länge von 90 cm und einem Gewicht knapp 2 kg schon größer, aber immer noch recht handlich. Die größte der Drohnen ist Puma. Ihre Flügel messen 2,8 m. Der Rumpf ist 1,4 m lang und das unbemannte Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) wiegt 1,9 kg.

Aufgabe der Kleindrohnen, die alle aus der Hand gestartet werden können, ist die Aufklärung und Überwachung. Dazu sind die Systeme mit hochauflösenden elektrooptischen Kameras und mit Infrarotkameras ausgestattet. Gesteuert werden die Drohnen von einer Bodenstation aus, dem Ground Control System (GCS). Das ist ebenso mobil wie die Flugkörper selbst: GCS besteht aus wenigen Komponenten, die in einen Rucksack passen, und ist in ein paar Minuten aufgebaut. Hier kommen die Bilder der Drohnen an. Der Drohnenpilot kann sie hier direkt auswerten, speichern, oder er kann sie vom GCS direkt an eine andere Stelle weiterfunken.

GCS steuert mehrere Drohnen

Das Besondere an dem GCS sei, dass es für alle Drohnen verwendet werden könne, erklärt Austermann. Das vereinfache zum einen die Handhabung, da sich die Soldaten nicht für jedes UAV mit einem eigenen Steuersystem vertraut machen müssen. Im Einsatz sei der Vorteil, dass mit einem einzigen GCS mehrere, auch unterschiedliche Drohnen gesteuert werden können. Die Drohne erkennt das GCS, meldet sich bei ihm an und das GCS übernimmt die Steuerung.

Drohnen für zivile Einsätze

Für den Einsatz gibt der Drohnenpilot eine Reihe von Wegpunkten vor, die das UAV dann selbstständig abfliegt. Die Einsatzdauer der drei UAVs ist dabei der Größe entsprechend unterschiedlich: Eine Wasp ist rund 45 Minuten in der Luft, Raven doppelt so lange. Puma schafft mehr als zwei Stunden. Damit die Drohnen ihre Daten übermitteln können, müssen sie in stetigem Funkkontakt zum GCS stehen. Bei der Wasp beträgt die Funkreichweite 5 km, Raven kann 10 km weit funken, Puma 20 km.

Drohne kommt zurück

Geht die Funkverbindung verloren, kehrt die Drohne automatisch zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Gelandet wird dann einfach auf dem Boden – dazu haben alle drei unter dem Rumpf eine Gleitkufe. Die Landung könne auch durchaus mal etwas ruppiger ausfallen, sagt Austermann. Schlage Raven beispielsweise aus größerer Höhe auf einem Parkplatz auf, falle er auseinander und absorbiere so die kinetische Energie des Aufpralls. Die Drohnen seien so konstruiert, dass sie mindestens 50 solcher Schocklandungen unbeschadet überstünden.

Derzeit sei die Nutzung der UAVs noch zu 95 Prozent militärisch, sagt Aerovironment-Manager. Allerdings würden inzwischen auch andere Regierungsstellen den Nutzen der unbemannten Flugkörper erkennen. Die Polizei wolle sie beispielsweise bei Großveranstaltungen einsetzen, der Grenzschutz interessiere sich ebenso dafür. Bei Katastrophen wie Chemieunfällen oder Großbränden könnten Drohnen Feuerwehr und anderen Einsatzkräften wichtige Dienste leisten.

Zivile Ausstattung für Drohnen

Eine entsprechende Ausrüstung habe Aerovironment bereits im Programm: Für Raven beispielsweise gebe es eine Sensorausstattung, um die Daten über Schadstoffe zu sammeln und in Echtzeit auszuwerten. So könnte das Ausmaß einer Schadstoffwolke sowie die Richtung, in der sie sich ausbreitet, erfasst werden.

Neben den Kleindrohnen war Aerovironment auch an der Entwicklung des unbemannten Solarflugzeuges Helios(öffnet im neuen Fenster) beteiligt, das 2001 mit knapp 30 km den Höhenrekord für nichtraketengetriebene Flugzeuge aufgestellt hat. Außerdem ist das Unternehmen im Energiesektor tätig: Es stellt Akkus sowie Ladestationen für Elektroautos her.


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